Die Initiative «Arbeit muss sich lohnen» klingt gut, trifft aber in der Realität genau die Menschen, die es ohnehin schon schwer haben: Alleinerziehende, Kranke, Menschen mit tiefen Löhnen oder unverschuldeten Schicksalsschlägen. Viele von ihnen arbeiten bereits heute so ...
Die Initiative «Arbeit muss sich lohnen» klingt gut, trifft aber in der Realität genau die Menschen, die es ohnehin schon schwer haben: Alleinerziehende, Kranke, Menschen mit tiefen Löhnen oder unverschuldeten Schicksalsschlägen. Viele von ihnen arbeiten bereits heute so viel sie können. Sie brauchen Unterstützung, nicht neue Hürden. Was die Initiative verschweigt: Wenn im Kanton Leistungen abgebaut werden, landen die Kosten am Schluss bei den Gemeinden. Und damit bei uns allen. Gemeinden müssen dann mehr Sozialhilfe zahlen, mehr Notfälle auffangen und mehr Härtefälle betreuen. Das wird teurer, nicht günstiger. Wer behauptet, diese Initiative würde «Arbeit belohnen», sagt nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit schwächt sie die Gemeinden, belastet die Steuerzahlenden und lässt Menschen mit Pech im Leben im Stich. Diese Initiative löst kein Problem. Sie schafft neue, genau dort, wo wir sie am wenigsten brauchen.
Franziska Stenico-Goldschmid, Beinwil Grossrätin, Alt-Vizeammann