“Ich bin gut in Sins angekommen”


Sins

Seit Februar leitet Linda D’Avanzo die Offene Jugendarbeit Sins. Der “Anzeiger” wollte von ihr wissen, wie sie sich eingearbeitet hat und ob sie bereits neue Projekte plant.


pc. Frau D’Avanzo, wie erlebten Sie Ihre ersten Monate in Sins?

Linda D’Avanzo: Im Februar konnte ich mich kurz einarbeiten und die ersten jugendlichen kennenlernen, vor allem diejenigen die regelmässig in den Treff kommen. Ebenfalls konnte ich die Kerngruppe des Saturday Night Sport (SNS) kennenlernen. Doch dann kam Corona und der Lockdown, sodass ich die Kontakte nicht weiter ausbauen konnte. In den Gruppenchats meldete ich mich eher selten, da viele Jugendliche mich ja noch nicht kannten. Gegen Ende des Lockdowns bekam ich vermehrt Meldungen und Anrufe. Viele wollten wissen, wann der Treff wieder aufgeht. Das hat mich gefreut und mich im Job bestätigt. Wegen den vielen Anfragen wurde mir klar, dass es einen Jugendtreff in Sins braucht. Ich begann an einem Ort, in dem das Angebot echt gefragt ist. Als der Lockdown vorbei war, kamen sofort wieder viele Leute. Man merkt, dass in Sins Jugendarbeit präsent ist, gerade mit dem SNS. Meine Vorgängerin hat eine tolle Arbeit geleistet. Ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl.

Also wird das Angebot rege genutzt?

Ja. Im Sommer vereinzelt etwas weniger, doch sonst ist im Treff immer viel los. Jetzt im neuen Schuljahr kamen wieder neue Jüngere. Cool wäre es, noch breitere Angebote und noch mehr Projekte anzubieten, um damit noch mehr Jugendliche ansprechen zu können. Gerade weitere Projekte für die Jüngeren möchte ich realisieren. Beispielsweise nehmen vor allem die Jüngeren an den Graffiti-Workshops teil. Den boten wir auch im Ferienpass Sins an. Ein Projekt “Tanzen” wäre ebenfalls lässig.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Schule und der Gemeinde?

Mit der Gemeinde kann ich sehr gut zusammenarbeiten. Ich habe viel Freiheit, um Sachen zu machen. Sie gehen gut und offen mit meinen Ideen um. Mit der Schule klappt es ebenfalls sehr gut. In zwei Wochen kann ich beim Schulprojekt “Medienhelden” mitmachen und mich einbringen. Wir machen Workshops zu den Sozialen Medien, Internet, Datenschutz und verschiedenen weiteren aktuellen Themen. Mir ist wichtig, dass ich mit der Schulsozialarbeit gut zusammenarbeiten kann. Wir ziehen alle am selben Strick. Dies ergibt die Möglichkeit, uns zu ergänzen und die Dinge aus unterschiedlicher Sicht betrachten zu können.

Haben Sie am Angebot der Offenen Jugendarbeit seit Ihrer Mitwirkung etwas verändert?

Ja, ich mache beispielsweise am Freitag den Treff früher auf. Meistens öffne ich ab 17.00 Uhr die Türen. Dann können vor (wegstreichen) zuerst vor allem die Jüngsten kommen. Diese gehen dann meist um 19.00 Uhr wieder nach Hause. Später stehen die Räumlichkeiten vor allem den älteren Schüler zur Verfügung. Die Jugendlichen finden diese Neuerung ideal.

Haben Sie Ideen, was man noch besser machen könnte?

Ich möchte aufzeigen, dass die Jugendlichen sein können, wie sie wollen. Der Treff ist ein Ort, wo sie sich zurückziehen können. Viele haben Vorurteile, dass dort nur “rumgehängt” wird. Ich find es wichtig, dass sie ein Ort haben, wo sie auch mal nichts machen müssen, wenn sie das wollen. Mehr Projektarbeit zu unterschiedlicheren Zeiten kann helfen, die Attraktivität der Jugendarbeit zu steigern und die Jungen für etwas zu begeistern. Ich möchte einen Raum bieten, wo sich die Jugendlichen entfalten können. Sie dürfen aber auch “chillien”, das ist wichtig und das braucht es. Dies soll mehr anerkannt werden.

Was sind die nächsten Highlights?

Wir haben am nächsten Samstag, 17. Oktober, unsere „Jungle Party“. Dort geht es darum, dass – wie im Dschungel –, neue Eindrücke gesammelt werden können. Vor allem die 1. Oberstufe sollte es ansprechen. Aber auch alle anderen dürfen kommen. Wir haben ein Buffet mit Früchte-Drinks und sind ein tolles Team, welche unsere jungen Gäste verwöhnen wird. SNS steht auch wieder an. Auf das SNS an Halloween, am 31. Oktober freue ich mich besonders. Auch ein weiterer Graffiti-Workshop ist geplant. Im November gibt es einen Tanzworkshop, dies im Rahmen der Kantonalen Mädchentage des kantonalen Netzwerkes Mädchenarbeit.