Es ist noch nicht alles rosa



Region

Am Montag durften die Geschäfte wieder vollumfänglich öffnen und alle Waren verkaufen. Natürlich mit den entsprechenden Schutzvorkehrungen. Anstürme wie sie teilweise in Einkaufszentren vorkamen, konnten die regionalen Gewerbetreibenden nicht verzeichnen.


ci. Die Kunden kehren zu ihren lokalen Läden zurück und die Gewerbler hoffen, dass sie Aufschnaufen dürfen. Eine Umfrage zum ersten Verkaufstag nach zehnwöchiger Zwangspause zeigt aber auch, wie schwierig es für die Geschäftsinhaber wurde und immer noch ist. Trotzdem sind sich alle einig: Sie sind froh, dass sie wieder ihre Läden öffnen dürfen.


Die Sommerschuhe sind bald aktuell

«Zum Glück darf ich wieder Schuhe verkaufen. Am Montag war hier aber kein Riesenansturm», sagt Andreas Meier von Reiem Schuhe in Sins. «So langsam geht’s auch mir an die Substanz, zumal die laufenden Kosten ja vollumfänglich bestehen bleiben. Nur wir hier im Aargau und die Solothurner hatten den Lockdown seit Ende Dezember, alle anderen durften noch einen Monat länger verkaufen.» Nicht jeder Gewerbler hat das Glück, in seinem Eigenheim zu arbeiten. Doch jetzt sind die Tore wieder offen. «Die Erwachsenen können die Schuhe aus dem Schrank nehmen, die Kinderfüsse aber wachsen und dann passen die Schuhe einfach nicht mehr. Jetzt bin ich froh, dass ich gute Schuhe hier im Dorf für den Kleinen kaufen kann», sagt eine Kundin.


Ohne Feste braucht es keine Festkleider

In einem absoluten Überlebenskampf befindet sich die Inhaberin des Brautmodegeschäfts Brautfashion, Priska Kuchling. Sie eröffnete das mittlerweile schweizweit bekannte Geschäft vor sechseinhalb Jahren. «Ich stehe vor echten Problemen und doch habe ich Hoffnung, dass die Hotels und Restaurants wieder öffnen können und damit auch die geplanten Feste gefeiert werden. Denn ohne Gastronomie werden keine Feste gefeiert und wer kauft sich ein Business-Anzug wenn er Homeoffice macht?» Am Montag konnte sie wieder erste Kunden bedienen. «Ich hoffe sehr, dass die Monate Juli, August und September gut laufen und Hochzeiten stattfinden dürfen.» Zum einen ist Kuchling froh über ihren grossen Lagerbestand an Braut- und Festbekleidung sowie Businesskleidungen und Accessoires. «Heute ist ein Lagerbestand das wichtigste. Viele Zulieferer haben Lieferschwierigkeiten oder sind gar Konkurs gegangen. Da ist mein Lager Gold wert.» Zum anderen sei dieser Lagerbestand totes Kapital. Und wie jeder andere kämpft auch Kuchling mit den monatlichen Fixkosten.

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