50 Jahre Seiser Fasnacht mit Kifasi



Sins

Kifasi wurde vor 50 Jahren anno 1971 gegründet. Die Sinser Fasnacht begleitet eine lange Tradition, die bereits ihren Anfang Ende der 60erJahre fand. Der «Anzeiger» schaut zurück auf bewegte Kifasi-Fasnachtsjahre.


pvo. Wir drehen die Zeitmaschine zurück in die späten 60er-Jahren. Viele Sinser waren dazumal schon vom Fasnachtsvirus befallen. Bekannte Namen wie René Villiger, der Sinser Künstler, waren angetan von der fünften Jahreszeit. Sie zogen durch das Dorf mit Masken und bunten Kostümen. Der im Dorf bestens bekannte Ernst Näf organisierte alsdann der erste Umzug. Ein Augenschmaus war sein markantes Clown-Kostüm. So führte er als «Tätschmeister» durch die Sinser Fasnacht. Auch die Familie Bittel gehörte zu den aktiven Fasnächtler und gab das fasnächtliche Gedankengut an die nächste Generation weiter. So zogen sie oftmals mit Trümmeler und Pfeiffen durch das Dorf und animierten die Dorfbevölkerung mitzumachen. Jules Bittel erinnert sich noch gut, als er mit seinen Eltern auf einem eigens erbauten Wagen «trümmelte». Im Jahre 1971 fand dann der erste Umzug statt, organisiert von der Männerriege. Ganz nach dem Motto: «Die Eltern haben ihre Beizenfasnacht und die Kinder ihren Fasnachtsumzug». Die erste Kifasi-Präsidentin hiess vor 50 Jahren Lydia Konrad. Die heutigen Schränzer, die heuer ebenfalls ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern, waren damals noch nicht als eigentlicher Verein zusammengeschlossen und spielten in wilder Zusammensetzung. Jules Bittel, der eingefleischte Sinser Fasnächtler, erzählt weiter, dass anno dazumal vier Bälle, der Turner-, der Fussballclub-, der Jäger- und der Feuerwehrball stattfanden. «Interessanterweise hatte Kifasi anfänglich noch keinen eigenen Ball. Doch hielten die Kifasianer stets die Fasnachtsfäden in den Händen.» Erst nachdem die Rüüsstalschränzer in die alte Ammannsmatthalle zogen, organisierte auch Kifasi ihren Dorfball. Für das anzahlmässig kleine Komitee bedeutete dies ein grosser Schritt. Zusätzliche Helfer trugen zum Gelingen des Balls aktiv bei. Guido Waldispühl, der in den 80er-Jahren Kifasi-Präsident war, erinnert sich noch gut, wie am Güdismontag um fünf Uhr früh die Tagwacht startete und später die Bevölkerung mit Gipfeli beschenkt wurde. Kurz darauf erfolgten die Umzugsvorbereitungen, bevor am Abend der Dorfball startete. «Oftmals stand ich während 36 Stunden im Einsatz.»


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