Paul und Karl – das Achatschnecken-Paar


Hünenberg

Sie sind um die 15 Zentimeter lang und haben ein grosses, längliches Haus. Die beiden Afrikanischen Riesenschnecken wohnen in einem Terrarium mit feuchter Erde, einem Wasserbad und einem Kalkstein. Dass sie sich wohl fühlen, zeigen sie ihrer Besitzerin jeden Monat mit vielen hundert Eiern.

rah. Die Afrikanische Achatschnecke kann bis zu zehn Jahre alt werden. Lea Hegglin hält bereits das zweite Paar. «Ich hatte während der Primarschulzeit schon welche. Diese musste ich nach ein paar Jahren aus privaten Gründen weggeben», erzählt die 28-Jährige. Die Freude an diesem Tier blieb jedoch. Als sie von einer Bekannten hörte, dass diese Riesenschnecken hält, bat sie vor zwei Jahren um zwei Jungtiere. Seither bereichert Karl und Paul das Leben der Hünenbergerin.

Jeden Monat rund 400 Junge möglich Paul ist mit rund 15 Zentimetern bereits ausgewachsen, seine "Freundin" Karl ist noch etwas kleiner. «Am Anfang sind die Schnecken so gross wie ein Stecknadel-Kopf» erzählt Hegglin. «Nach rund zwei Jahren sind sie ausgewachsen. Daher kann es sein, dass Karl einfach etwas kleiner ist und nicht mehr gross wächst.» Schnecken sind Zwitter und legen Eier, wenn es ihnen gut geht. «Das Terrarium muss genug gross sein, sie brauchen genügend Futter und sie müssen sich rundum wohlfühlen», so die Besitzerin. Ihren beiden Schnecken geht es offenbar blendend. «Karl und Paul legen jeden Monat um die 200 bis 300 Eier. Sobald sich eine eingräbt, ist das ein Zeichen, dass sie Eier legen will.» Dann muss sie die Schnecke im Auge behalten, damit sie die Eier aus dem Terrarium entfernen und entsorgen kann. «Die sind leuchtend grün, haben etwa einen Durchmesser von vier Millimetern und sind nicht glitschig, wie man vermuten könnte», erklärt sie. Würde sie die Eier nicht herausnehmen, würden nach ein paar Tagen hunderte von jungen Schnecken schlüpfen.

Haltung ist relativ simpel

Schnecken sind einfache Tiere zum Halten. «Sie fressen Obst und Gemüse. Wichtig ist aber der Kalkstein», sagt Hegglin. Diesen brauchen die Schnecken, damit das Haus stabil und gesund wachsen kann. Das Terrarium ist ausgestattet mit Erde, Pflanzen und Versteckmöglichkeiten. Das alles kauft sie im Zoofachhandel. «Es ist wichtig, dass die Erde sauber ist und die Pflanzen ungiftig sind. Es kann sein, dass die Schnecken davon fressen.» Damit sich die Tiere richtig wohlfühlen ist auch wichtig, dass das Terrarium feucht gehalten wird. Auch ein Wasserbad sollte zur Verfügung gestellt werden. «Schnecken baden sehr gerne.» Hegglin nimmt Karl und Paul regelmässig heraus und gönnt ihnen ein Bad unter dem sauberen Leitungswasser. Ein guter Indikator, wie es der Schnecke geht, ist auch der Zustand des Hauses. «Schnecken, die einen Mangel haben, haben oft ein verformtes Haus. Dazu kann auch ein Pilzbefall oder ein Parasit führen. Dann muss man mit der Schnecke zum Tierarzt.» Hegglin hatte dies jedoch noch nie.

Schnecken machen Winterschlaf Eine zu trockene Umgebung gefällt den Schnecken nicht. «Dann fertigen sie eine Kalkschicht vor dem Haus an und verkriechen sich darin. So als würden sie in Winterschlaf gehen», erklärt sie. Der Winterschlaf beginnt ungefähr Ende Oktober und dauert bis im März. «Dafür graben sich die Schnecken in die Erde ein und fabrizieren die Kalkschicht vor dem Haus.» In diesem Jahr sind Karl und Paul am gleichen Tag, innerhalb der gleichen Stunde aus dem Winterschlaf erwacht. «Das ist schon sehr speziell», lacht sie. Aufgrund welcher Tatsache die Schnecken aus dem Winterschlaf aufgewacht sind, bleibt ein Rätsel. Wenn die Schnecken aufwachen, beissen sie die Kalkschicht auf und fressen diese. «Das dient der Energieaufnahme nach dem Winterschlaf», erklärt die Schneckenhalterin.

Jede Schnecke wird gerettet

Hegglin ist ein grosser Tierfreund. «Ich mag alle Tiere. Aber an den Schnecken gefällt mir, dass sie so angenehm und speziell sind», erklärt sie. Sie rette auch jede Schnecke auf dem Trottoir oder der Strasse, damit sie nicht zertrampelt wird. Früher habe sie Schnecken, die sie auf dem Schulweg fand, auf die Jacke geklebt. «Dann ging ich in den Unterricht und nach der Schule waren die Schnecken immer noch auf der Jacke. Dann habe ich sie wieder frei gelassen», erinnert sie sich.