Einhorn-Team feierte 25-Jahr-Jubiläum


Sins

Am Samstag feierte Stefano Florida und sein Team zusammen mit rund 120 Gästen das 25-Jahr-Jubiläum. Was passierte in all diesen Jahren? Der «Anzeiger» hat nachgefragt.

pc. 1995 übernahm Stefano «Fosi» Florida das Gasthaus Einhorn. Florida war zuvor während fünf Jahren Verkäufer von italienischen Weinen im Aussendienst. «Ich habe deutschschweizer Spezialitätengeschäfte betreut. Dies brachte mich auf die Idee, selber etwas auf die Beine zu stellen.» Der Sinser wollte ursprünglich vis-à-vis dem Restaurants Zur alten Trotte, im ehemaligen Bründler-Haus, einen Spezialitätenladen mit Take-away eröffnen. Mit dem Einhorn war er seit 1991, als er und weitere Kulturinteressierte die Seiser Kurve gründeten, besonders verbunden. Als dann vier Jahre später die damalige Wirtin Therese Stauffer, das Gasthaus nicht mehr weiterführen wollte, übernahm Florida zusammen mit seiner Frau Susi die Pacht. «Die Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt meine Idee mit dem Take-away am geplanten Standort aus immobilientechnischen Gründen nicht möglich war, erleichtere uns die Entscheidung», erinnert sich der heute 57-Jährige.

Mexicano und oder Einhorn?

Das Gasthaus Einhorn heisst auch heute noch so. Den zweiten Namen «Mexicano» kam 2004 hinzu, als Florida und sein Team das Konzept anpassten. «Wir bieten seitdem mexikanische Spezialitäten an. Zudem ist das Restaurant weiterhin eine Dorfbeiz. Diese beiden Charaktere laufen parallel.» Das war am Anfang noch nicht so. «Ursprünglich war unsere Idee, eine kulturelle Beiz zu führen, mit Live-Musik und Spezialitäten.» Wir hatten von Anfang an klare Strukturen. Seit 2004 arbeiten wir auch wirtschaftlich mit einer klaren Linie.»

Diskussionen im Dorf

Die neuen Ideen kamen bei der Übernahme vor 25 Jahren nicht bei allen Sinsern gut an. «Ganz am Anfang war es etwas schwierig. Wir übernahmen ein urtraditionelles Gasthaus mit alten Vereinspokalen und -fahnen, die omnipräsent waren.» Florida informierte zwar die Bevölkerung und die Vereine über seine Änderungen, wie etwa dass die Vereinskästen mit den Trophäen anders organisiert wurden. «Am Anfang hatten viele Mühe mit den Veränderungen, was zu Diskussionen im Dorf führte. Doch schon bald gewöhnten sich die Sinser ans «neue» Einhorn.»

Verändertes Konsumverhalten

«In den letzten 25 Jahren hat sich das Konsumverhalten der Gesellschaft verändert», stellt Florida fest. Früher kamen viel mehr Arbeiter zum Mittagessen. Heute gibt es viele zusätzliche Angebote, um sich über den Mittag zu verpflegen: Take-aways, Bäckereien oder andere Läden bieten Mittagsmenüs oder Sandwiches an. Auch andere Bereiche veränderten sich. «Heute muss man in der Gastronomie ein klares Konzept, klare Linien und ein klares Angebot haben, damit man die nötige Publikumsfrequenz erreichen kann», ist Florida überzeugt. Das jetzige Konzept «lebendiges Speiserestaurant mit mexikanischen Spezialitäten und Dorfbeiz funktioniert für ihn. Baulich wurden in den letzten 25 Jahren keine grossen Anpassungen vorgenommen. Die Grundstruktur aus den 50-Jahren besteht noch heute. Das Gebäude wurde 1830 erbaut und war seit eh und je ein Gasthaus.

Die Highlights

Bereits die Gründung war für Florida ein Highlight. Viele Freunde und Bekannte und die Familie unterstützten ihn finanziell. «Heute würde man das Crowdfunding nennen», schmunzelt der Wirt. Die Spezialitätenwochen zählen für ihn ebenfalls zu den Höhepunkten. Vor allem die Griechenwochen erwähnt Florida, aber auch die ungarischen und italienischen. Die Seiser Kurve begleitete ihn seit Beginn. Auch die Jubiläen bleiben in guter Erinnerung. «Wenn etwas auf dem Dorfplatzt passierte, waren wir immer dabei, wie etwa bei der Fasnacht. Wir nehmen aktiv am Dorfleben teil», so Florida.

Die schwierigen Momente

Der Anfang war nicht einfach. «Wir schafften es jedoch, eine wirtschaftliche Stabilität zu erreichen», so Florida weiter. 2004, beim Wechsel zum Mexicano, kam die Tochter auf die Welt. «Wir mussten deshalb Aufgaben neu ordnen und Kapazitäten anders strukturieren.» Schwierig sei es auch, die eigene Gesundheit im Griff haben. Gerade Stress, das Nachtleben und die langen Präsenzzeiten seien schwierige Faktoren beim Beizen und können sich negativ auswirken. «Ich musste mir immer wieder Disziplin angewöhnen.»Vor vier Jahren kam Florida gesundheitlich an die Grenzen. Deshalb wollte er aufhören. Doch dann kam der Hausverkauf, worauf sich die Einhorn AG, bestehend aus Stammgästen und Leuten aus dem Dorf, bildete. Die AG übernahm das Haus und Florida stellte sich mit seinem Team für weitere drei Jahre zur Verfügung. Inzwischen wird bis mindestens 2021 geplant. Dann soll ein jüngeres Team das Gasthaus übernehmen. «Dieses möchten wir noch formen, damit die Philosophie des Hauses weitergeführt werden kann.

Jubiläumsfeier vom Samstag

«Der 6. Juni stand bereits im letzten Herbst in unserem Programm», so Florida. Eigentlich war ein grösseres Fest geplant, mit verschiedensten Darbietungen, wie etwa mit Tambouren, Männerchor etc. Florida ist froh, dass er dank den Lockerungen überhaupt zum Jubiläum seine Stammgäste und Bekannte einladen konnte. So wurden im Restaurant und im Saal mit musikalischer Unterhaltung gefeiert. Rund 120 Gäste kamen. «Die Leute waren froh, dass sie wieder einmal zusammensitzen und miteinander Essen und Live-Musik geniessen konnten», freut sich Florida. Einschränkungen gab es dennoch, so durften etwa die Gäste nur sitzen und das Personal servierte mit Masken. Und um 24.00 Uhr war Schluss. «Die Leute waren diszipliniert und hielten sich an die Vorgaben», lobt Florida

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