Kino Cinepol startet am 11. Juni


Sins

Seit Mitte März ist das beliebte Kino «Cinepol» in Sins wegen des Lockdowns geschlossen. Der «Anzeiger Oberfreiamt» wollte vom Kinobetreiber Bruno Arnold wissen, wie er die Zeit erlebt hat und wie es in naher und weiterer Zukunft mit dem Sinser Kino weitergeht.

rico. Das «Cinepol» hatte bereits Anfang März einen Umsatzeinbruch von gegen 80 Prozent. Die Kinobetreiber haben gleich zu Beginn im März alle Mitarbeiter zur Kurzarbeit angemeldet. Sie waren froh, als der Lockdown am 17. März endlich Klarheit brachte.

"Anzeiger": Wie ist die Personalsituation? Gab es Entlassungen ihrer Teilzeitangestellten?

Bruno Arnold: Weil wir mit Ausnahme der Geschäftsleitung alle Mitarbeiter im Stundenlohn beschäftigen und so saisonal wie auch auf Wetter-Ereignisse reagieren können, ist es zu keinen Entlassungen gekommen.

Im Büro ist jedoch in dieser Zeit die Arbeit auch nicht ausgegangen. Der ganze administrative Aufwand wegen des Lockdowns war enorm und ist es immer noch. Weil wir ab dem 11. Juni nachmittags praktisch von Null an einen Neustart machen.

Wie sieht es mit der Umsetzung der Sicherheitsvorschriften aus?

Natürlich halten wir uns an die Vorgaben, welche wir vor einer Woche vom Kinoverband erhalten haben und sind im Moment daran, diese in unseren Kinos umzusetzen. Als wohl wichtigster Punkt gilt, dass wir vom Bund verpflichtet sind, die Besucher sitzplatzgenau zu registrieren und diese Daten für 14 Tage aufbewahren müssen. Wer das nicht will, wird wieder nach Hause geschickt.

Wir haben aber ein einfaches Konzept erarbeitet, welches ohne viel Aufwand und Zeitverlust den Kinobesuch so angenehm wie möglich machen soll. Wichtig ist auch, dass wir dem Besucher das Gefühl der Sicherheit vermitteln möchten. Dafür haben wir auch an der Bar einige Änderungen im Ablauf.

Interessant wäre auch das Programm, mit dem das «Cinepol» den Neustart beginnt.

Wir starten am 11. Juni, Nachmittags, mit mehrheitlich neuen Filmen. In den letzten Tagen vor dem Lockdown wurden gleich mehrere Filme von den Verleihern zurückgezogen. Diese sind ab Neustart im Programm. Es ist nun bereits online auf unserer Kinowebseite einsehbar. Bis Montag könnte es allerdings kleinere Änderungen geben.

Gesetzt sind jedoch «Richard Jewell» von Clint Eastwood und die schräge Komödie «Die Känguru-Chroniken». Im Kinderprogramm gibt es ebenfalls zwei Premieren. Wir werden die Startzeiten der Filme ändern, damit im Foyer nicht gleichzeitig Besucher für drei Vorstellungen anstehen.

Am 1. April 2022 läuft Ihr Mietvertrag mit dem Coop aus. Die Migros will bis Ende 2023 ihre Filiale in Sins eröffnen.

Da können wir eigentlich nichts hinzufügen. Das ist so. Allerdings dürfte aus heutiger Sicht der Zeitplan recht sportlich werden, denn es muss wohl, wie bei jedem Projekt, mit Einsprachen, berechtigt oder nicht, gerechnet werden.

Wir sind bereits im Gespräch mit Migros-Verantwortlichen, um die Zwischennutzung über unseren Mietvertrag hinaus verlängern zu können, bis eine definitive Baubewilligung für die Migros vorliegt. Ausgeräumt und plattgewalzt ist der Flachbau dann sicherlich recht zügig.

Wie läuft es mit dem Kulturbau neben dem Gemeindehaus? Liegt das zeitlich – betreffend dem Kino – überhaupt noch drin?

Das Projekt wird im Auftrag der Kirchgemeinde erarbeitet und die Gemeinde Sins ist nun ebenfalls in mehreren Punkten in die Planung involviert. Sollte das Vorhaben nicht rechtzeitig fertig werden, wir der Kinobetrieb in Sins wohl noch einmal ein Pause erfahren. Im Hintergrund arbeiten die beiden Parteien aber fleissig. Wegen dem Lockdown dürfte es jedoch zu Verzögerungen kommen.

Unser grösstes Problem ist jedoch noch der jetzige Standort des Kinos. Die Gebäudetechnik geht auf die 30 Jahre zu. So war der Schaltschrank der Lüftung zur Zeit des Falls der Berliner Mauer modernste Technik. Auch wenn das für die Ewigkeit gebaut scheint, dürften wir damit in den nächsten Jahren Probleme bekommen. Wir sind also daran interessiert, dass das Neubauprojekt bald vorgestellt werden kann.