Der Start in eine ungewöhnliche Saison


Dietwil/Muri/Hünenberg

Der Bund hat entschieden, dass Schwimmbäder ab morgen wieder öffnen dürfen. Dabei müssen die Badis Dietwil, Hünenberg und Muri allerdings das Schutzkonzept des Verbands Hallen- und Freibäder einhalten.

ew. In Dietwil dürfen maximal 150 Personen in die Badi. «Wir versuchen die Vorschriften vom BAG einzuhalten», erklärt die Gemeinderätin Beatrice Gisi. Die Zahl ergibt sich aus der Fläche der Badi und dass jede Person eine Fläche von zehn Quadratmetern braucht, um den Abstand von zwei Metern einhalten zu können. «Ich denke wir können diese Vorschriften umsetzen. Aber wie gut das funktioniert, wird sich erst in der Praxis zeigen. Wenn mehr Leute kommen als die 150, dann müssen wir sie leider abweisen», sagt Gisi.

Noch weiss man nicht, wie gross der Andrang auf die Badi sein wird. Und für die Ferienzeit stellt sich dann die Frage, ob die Leute wegfahren oder hierbleiben und ob sie dann in die Badi kommen. «Im Moment ist alles fliessend und je nachdem, wenn der Bund wieder etwas Neues kommuniziert, dann ist in drei Wochen alles wieder anders», meint Gisi.

Auch für den Pool gibt es Einschränkungen: Maximal 35 Personen dürfen im Wasser sein. Aber normalerweise ist in Dietwil der Grossteil der Badegäste draussen und nur die Kinder planschen im Wasser. «Direkt am Beckenrand sitzen und mit einander «pläuschlen» wird es nicht geben. Die Badi wird nicht mehr so sein, wie vorher», glaubt Gisi.

Trotzdem ist die Gemeinderätin erleichtert, dass die Gemeinde die Badi jetzt wieder zur Verfügung stellen darf: «Die Leute haben schon Nachholbedarf, von daher sind wir froh, dass wir wieder aufmachen dürfen.» Doch daraus wird dieses Wochenende wahrscheinlich noch nichts. Da die Badi nur bei schönem Wetter öffnet, könnte das Wetter der Wiedereröffnung im Weg stehen.

Hünenberg setzt auf Eigenverantwortung

Auch in der Badi Hünenberg darf nur eine Person pro zehn Quadratmeter in die Anlage. Die Anzahl Personen werden in Hünenberg mit einem Zählgerät erfasst. Die Fussballwiese wird kurzerhand zur Liegewiese umfunktioniert, dadurch kann man, die für die Berechnung relevante Fläche der Badi, vergrössern. Während die Fussballer leer ausgehen, stehen für die Beachvolleyballer zwei Spielfelder bereit.

Der Sprungturm bleibt gesperrt, weil dort nur eine Person pro Sprungbrett erlaubt gewesen wäre. Das Floss gilt als Liegewiese und ist offen, allerdings dürfen sich dort nur drei bis fünf Personen gleichzeitig aufhalten. Im neu sanierten, im Edelstahl-Look daherkommenden Lernschwimmbecken, sind bis zu 20 Kinder erlaubt. Die Kinder müssen privat beaufsichtigt werden. Das können bis zu 20 Begleitpersonen machen, entweder vom Beckenrand oder bequem von einem der Bänkli aus.

Ansonsten gilt in Hünenberg die Grundregel: Eigenverantwortung. «Wir starten mal so und wenn es Probleme gibt, werden wir weitere Massnahmen ergreifen», sagt Daniel Schriber, Leiter Sicherheit und Umwelt in der Gemeinde Hünenberg. Beim Kauf eines Saison-Abos, gibt es in Hünenberg einen Konsumationsgutschein für das Restaurant. «Mit diesem Gutschein machen wir indirekt Wirtschaftsförderung», sagt Schriber.

Die grosse Garderobe mit den Einzelkästen ist geschlossen, nur die sieben Einzelkabinen, zum Teil mit Dusche, sind zugänglich und die WCs sind ebenfalls geöffnet. Schriber rechnet dort nicht mit langen Warteschlangen, weil es in Hünenberg sehr viele Kinder hat und man sich beim Umziehen gut arrangieren kann.

Getrennte Ein- und Ausgänge in Muri

Dieselben Vorgaben versucht man auch in der Badi Muri umzusetzen. Hier werden die Besucherströme digital erfasst. Wegen dem Datenschutz werden die Badegäste dabei nur gescannt und nicht gefilmt. Ansonsten ist die Badi ebenfalls ab morgen in Betrieb, inklusive Restaurant. Gewisse Abläufe sind jedoch wegen den Abstands- und Hygieneregeln anders in diesem Jahr. Das Becken hat beispielsweise nur einen Ein- und Ausgang. Ebenso die grosse Rutschbahn.

«Wir hoffen dabei auf die Kulanz der Besucherinnen und Besucher», sagt Martin Burkart, Betriebsleiter der Badi Muri, «wir müssen beobachten, wie sich die Menschen verhalten, um herauszufinden, wie wir weitermachen können.» Auch das WC und die Duschen sind geöffnet, obwohl weiterhin empfohlen wird, dass man zu Hause duschen sollte.

Eine Woche lang 10 Prozent Rabatt

Burkart will noch keine Prognosen machen und gibt einfach zu Bedenken, dass er auf 1000 Quadratmeter Wasserfläche, nur 100 Personen reinlassen darf. Somit könnten im 50-Meter-Becken 80 Personen gleichzeitig schwimmen. «Das reizen wir nicht aus, das Problem ist das Planschbecken nebendran», weiss Burkart. Damit er den Überblick über die verschiedenen Bereiche behalten kann, hat Burkart zwei unabhängige Erkennungssysteme, eins beim Eingang und eins beim Schwimmbecken.

Ab sofort kann man Abos auf der Homepage der Badi Muri vorbestellen und dann vor Ort an der Kasse bezahlen. «Ich hoffe, dass man dadurch weniger lang anstehen muss», sagt Burkart. Zudem gibt es vom 6. bis 12. Juni zehn Prozent Rabatt auf die Saisonkarte.