Mit Auflagen wieder geöffnet


Sins

Seit dem 11. Mai dürfen Fitnesscenter ihre Türen wieder öffnen. Allerdings müssen sie dabei ein Schutzkonzept einhalten. Der "Anzeiger" hat im topfit-swiss.ch in Sins nachgeschaut, wie das konkret aussieht.

ew. «Es ist schön, dass der Betrieb wieder weitergeht, aber aus wirtschaftlicher Sicht ist es nicht so interessant», sagt Mike Rösler vom Fitnessstudio topfit-swiss.ch in Sins, «die Leute sind noch sehr zurückhaltend. Aber es kommen von Tag zu Tag wieder mehr ins Training», bilanziert Rösler. Eingeschüchtert werden die Kundinnen und Kunden vor allem vom Schutzkonzept. Dieses sieht vor, dass die Trainierenden bereits umgezogen ins Studio kommen müssen. Nur die Schuhe dürfen vor Ort gewechselt werden. Auch geduscht wird in der Regel erst zu Hause. Während dem Training gilt es einen Abstand von zwei Metern einzuhalten. Und insgesamt dürfen nicht mehr als 40 Personen gleichzeitig trainieren.

«Es braucht sicher noch etwas Zeit, bis sich die Leute daran gewöhnt haben», glaubt der Inhaber. Zurzeit kommen etwa ein Drittel weniger Trainierende als vor der Krise. Doch viel schlimmer wiegt die Tatsache, dass das Studio seit Mitte Februar praktisch kein Abo mehr verkaufen konnte. «Wir werden in diesem Jahr über 100'000 Franken weniger Umsatz machen», rechnet Rösler. Wegen der Miete, in der Zeit des Lockdowns, hofft er immer noch auf etwas Kulanz des Vermieters.

Verwirrende Schutzkonzepte

Auch die Öffnungszeiten sind noch nicht wie vorher. Normalerweise hat das topfit-swiss.ch von 4.00 Uhr bis um Mitternacht geöffnet. Zurzeit kann Rösler allerdings nur von 7.00 bis 12.00 Uhr und von 16.00 bis 21.00 Uhr öffnen, da im Moment wahrscheinlich nur betreute Öffnungszeiten erlaubt sind. Wahrscheinlich? «Es ist alles noch sehr verwirrend», erklärt der Fitness-Instruktor, «weil es in der Fitnessbranche zwei verschiedene Konzepte gibt.» Von daher wäre Rösler froh, wenn ein Kontrolleur vorbeikommen würde, dann wüsste er zumindest, ob unbetreute Öffnungszeiten erlaubt sind oder nicht.

Bis dahin bleibt das Studio nur begrenzt offen. Immerhin sind begleitete Einzeltrainings mit Schutzmasken erlaubt. Und wegen dem Zwei-Meter-Abstand der Geräte, stehen nun 15 Trainingsmaschinen auf dem Balkon. Eine Notlösung, die bei den Kundinnen und Kunden jedoch bereits sehr beliebt ist. «Die Mitglieder haben sich die Situation schlimmer vorgestellt. Sie meinen, es sei eigentlich sehr angenehm zum Trainieren», sagt Rösler.

Die Krise kommt erst

Aber so richtig attraktiv wird es erst, wenn der Betrieb wieder mit den normalen Öffnungszeiten arbeiten darf. Auch der Aboverkauf dürfte erst dann wieder anziehen. «Wir hoffen auf einen schlechten Sommer – also wettertechnisch», sagt Rösler. Nur so sieht er eine Chance, dass sich die Lage bald bessert. «Die Krise kommt bei uns erst im Juli und August», ist der Fitness-Instruktor überzeugt. Deshalb hofft er auch auf die Solidarität der Leute. Im Gegenzug profitiert man vom regelmässigen Training. «Je fitter man ist, umso weniger Chancen hat die Grippe», erklärt Rösler.

Das haben die Mitglieder bereits während dem Lockdown gemerkt. Ohne Training kamen auch vermehrt Schmerzen wieder zurück, die Kondition nahm ab und das Körpergewicht erhöhte sich im Durchschnitt um zwei bis drei Kilo, auch bei Rösler, wie er zugeben musste. Aber jetzt ist die Durststrecke vorbei und es gibt keinen Grund mehr auf das Training zu verzichten. «Am besten mit einem Abo bei topfit-swiss.ch in Sins», weiss der Inhaber Mike Rösler.