Unterricht mit Schutzmassnahmen


Oberfreiamt

Das Schutzkonzept der Schule Sins zeigt stellvertretend auf, wie Schulen ihren Betrieb bis mindestens Ende Schuljahr 2019/2020 durchführen.

pc. Am Montag öffnen die Schulen wieder. Zwar gibt es klare Vorgaben vom Bund, trotzdem haben die Kantone etwas Spielraum. Im Kanton Aargau hat das Departement für Bildung, Kultur und Sport (BKS) Ende April eine Weisung herausgegeben, an die sich die Volksschulen zu richten haben. Dabei steht eines klar im Vordergrund: „Einzuhalten sind die Hygieneregeln des BAG sowie der Mindestabstand von zwei Metern gegenüber erwachsenen Personen.“ Die Schule Sins hat in Absprache mit der Schulpflege und der Gemeinde ein entsprechendes Schutzkonzept erarbeitet. Dieses gilt auch für die Schulen in Oberrüti und Abtwil.

Markierungen zeigen Abstände

Nicht wie in anderen Kantonen sind im Aargau jeweils sämtliche Schüler anwesend. Dies unter Einhaltung von klaren Schutzmassnahmen. Mit Markierungen werden die Zwei-Meter-Abstände aufgezeigt. Plakate weisen auf Regeln hin. In den Schulhäusern werden an genügend Standorten Desinfektionsmittel bereitgestellt. Neuralgische Orte werden von den Hauswarten und deren Personal zweimal pro Tag gereinigt. Dort wo der Mindestabstand zwischen Lehrern und Schülern nicht eingehalten werden kann, werden Plexiglas-Scheiben installiert. Mitarbeiter der Logopädie und die Heilpädagogen müssen Schutzmasken tragen.„Wir sind uns bewusst, dass es schwierig sein wird, den Abstand einzuhalten, gerade in Kindergärten“, sagt Christian Gantenbein, Schulleiter der Primarschulen Sins, Abtwil und Oberrüti. Die Kindergärtner sind dazu aufgefordert, sich nicht länger als 15 Minuten bei einem Kind aufzuhalten. Die Oberstufe fängt zehn Minuten früher mit dem Unterricht an. Die Schüler sollen direkt in ihre Klassenzimmer gehen und sich nicht unnötig anderswo aufhalten. Kontakt- und Aufgabenbücher werden nicht geführt. Der Bäcker kommt bis zum 8. Juni nicht auf den Pausenplatz. Esswaren und Getränke sollen zwischen den Schülern nicht geteilt werden. Für Kinder, die erkältet sind und husten, gibt es Schutzmasken. Die Eltern wurden bereits über die Weisungen des BKS informiert. Anfang nächster Woche gibt es nochmals individuelle Informationen.

Abstand zum Lehrer

Schülerinnen und Schüler müssen untereinander keinen Abstand einhalten. Gegenüber Erwachsenen allerdings schon. Erwachsene Personen, die nicht direkt im Schulbetrieb involviert sind, zum Beispiel Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, sollen das Schulhausareal meiden. „Wir möchten zudem keine Elterntaxis. Falls Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen müssen, bitten wir sie, die Kinder nicht direkt vor dem Schulareal aus dem Auto zu entlassen“, so Gantenbein weiter. Die Lehrpersonen müssen untereinander die Abstandsregeln einhalten. Dies gilt auch in Lehrerzimmern. So wurden dort die Tische neu bestuhlt. Für Teamsitzungen stehen Mehrzweckräume zur Verfügung, da dort die Abstände eingehalten werden können. Elternabende oder Besuchstage gibt es bis auf Weiteres keine. Einzelne Elterngespräche können jedoch durchgeführt werden. Pausen und SportDie Pausen sind für die Schüler wichtig. Doch auch hier werden sie aufgefordert, sich nicht zu Nahe aufzuhalten. Auch soll es zu keiner Durchmischung kommen. Die kleinen Pausen an der Oberstufe finden im Klassenzimmer statt. Der Sportunterricht wird durchgeführt. Bei Teamspielen dürfen die Lehrpersonen nicht mitmachen. Sportgeräte wie etwa Bälle werden nach Gebrauch gereinigt – nicht von den Lehrern sondern von den Schülerinnen und Schülern selbst.

Keine Klassenlager

Schulinterne Anlässe gibt es auf Weiteres nicht. So finden keine Schulreisen oder Klassenlager statt. Die Abschlussfeiern werden im eigenen Klassenzimmer durchgeführt – ohne Beteiligung der Eltern, was bestimmt viele bedauern werden. Besuchstage von Kindergärtlern, die ab dem Sommer in die Schule kommen, wird es ebenfalls keine geben, da jeweils Eltern die Kleinen begleiten. „Was möglich ist, sind die Schnuppertage der Sechstklässler in der Oberstufe“, so Gantenbein. Er betont, dass die ausserordentlichen Massnahmen nicht zum Nachteil für die weitere Laufbahn der Schüler sorgen dürfen.

Personelles und Betreuung

Die Schule Sins muss keine Vertretungen anstellen. Es gibt lediglich eine Lehrperson an der Oberstufe, die zu einer Risikogruppe gehört und deshalb nicht vor Ort unterrichten darf. Die Lehrperson gibt seinen Schülern bis auf Weiteres Fernunterricht. Das Betreuungsangebot wird ab Montag aufgehoben. Dieses habe während der Schulschliessung gut funktioniert. „Wir betreuten täglich zwischen vier und sieben Kinder.“

Schulpflicht und Lob

Was passiert, wenn Eltern ihre Kinder aus Angst nicht in die Schule schicken? „Dann müssten wir sie eigentlich verzeigen. Doch zuerst würden wir das Gespräch suchen“, so der Schulleiter. Er ist überzeugt, dass für jeden Fall eine sinnvolle Lösung gefunden werden kann. Erfahrungen hätten zudem gezeigt, dass verunsicherte Eltern, die sich bei der Schule meldeten, sich in Zusammenarbeit mit dem BKS gut beruhigen liessen. „Wir werden sehr gut betreut vom BKS“, freut sich Gantenbein. Weiter lobt er die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Wir können uns jederzeit melden, falls noch Material fehlt oder ausgeht.“ Auch für die Lehrpersonen während des Fernunterrichtes findet er lobende Worte: „Ich staune, mit wie viel Kreativität und Flexibilität unsere Lehrerinnen und Lehrer diese Zeit meisterten.“