Verzierte Steine inmitten der Natur


Oberfreiamt

Der Trend schwappt immer mehr in unsere Gegend: Kreative Menschen verzieren Steine und platzieren diese wieder in der Natur. Dem Finder sollen sie ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ihm Freude bereiten. Auch eine Mühlauerin und ihre Kinder machen mit.

rah. Die Facebook-Seite CH Rocks widmet sich diesem kreativen Schaffen. Wer einen verzierten Stein in der Natur findet, soll ein Foto dessen auf der Facebook-Seite posten und dazu schreiben, wo er ihn gefunden hat. Die Community zählt bereits über 54'000 Mitglieder. Die Administratoren weisen in der Beschreibung darauf hin, wozu die Gruppe erstellt wurde: «Diese Gruppe hat einzig und allein den Anspruch und Sinn, anderen Menschen Freude zu bereiten. Nichts mehr, nichts weniger.»

Kein Zusammenhang zur Facebook-Gruppe

Diese Idee hat auch Kathrin Burri aus Mühlau fasziniert und dazu bewegt, selber Steine zu verzieren und diese wieder auszulegen. «Es ist mir aber wichtig, dies unabhängig von CH Rocks zu tun. Für mich muss nicht alles auf Facebook gepostet werden», so die zweifache Mutter. Sie bemalt am liebsten runde, ovale oder abgebrochene Steine. «Die abgebrochenen eignen sich hervorragend für halbe Bilder», verrät sie. Mit den ovalen und runden kreiert sie am liebsten Glückskäfer oder macht ein Punktmuster darauf. «Es kann auch vorkommen, dass ich einen Spruch oder einen Namen darauf schreibe.» Damit die Farben gut halten, nimmt sie Acrylstifte, respektive Acrylfarbe. «Es können aber auch Wasserfarben verwendet werden. Diese sind einfach nicht so deckungsstark und nicht wasserfest», so Burri. Da sie diese so in die Natur zurücklegt, dass sie schnell gefunden werden, sind die mit Acryl angemalten Steine für sie kein Problem. «Da ich sie nicht verstecke, sondern am Wegrand oder in einem Dorf platziere, ist es eher unwahrscheinlich, dass von der Farbe etwas in die Natur gelangt.»

Steine als Botschaftsübermittler

Die Mühlauerin ist keine Steinfanatikerin, wie sie selber sagt. «Aber ich bin von Steinen, ihrer Lebensdauer und ihren Mustern, Farben und Formen fasziniert. Ich finde auch, dass man Steine für schöne Verzierungen und Gestaltungen im Haus und im Garten gut brauchen kann.» Ihr und ihren beiden Kindern gefällt das Sammeln und das Verzieren von Steinen. Mit den Kunstwerken möchte sie hauptsächlich Freude bereiten. «Ich bin überzeugt, dass diese genau von den richtigen Personen gefunden werden», lacht sie. In ihrer Familie hat bisher nur ihr Sohn einen verzierten Stein gefunden. Darauf stand in einer Fremdsprache «Viel Glück». «Diesen Stein haben wir gefunden, als unsere Katze sehr krank war. Das fanden wir passend.»

Spontane Verteilung

Sobald Burri fertige Steine hat, platziert sie diese in einer Schachtel in ihrem Auto. «Diese verteile ich dort, wo ich gerade bin. Der am Weitesten von Mühlau entferntesten Stein habe ich in Chur ausgelegt», sagt Burri. Bisher hat sie bestimmt an die 50 Steine ausgelegt. Wer einen verzierten Stein findet, darf diesen nach Hause nehmen oder auch liegen lassen für den Nächsten. «Wenn ich wieder einen Stein finden würde, würde ich ihn auf jeden Fall mit nach Hause nehmen. Denn es hat bestimmt einen Grund, warum ich diesen Stein gefunden habe», so Burri. Sie sagt aber ganz klar, dass sie nie einen Stein auf einem Privatgrundstück auslegen würde. «Niemand sollte aus einem Garten einen verzierten Stein mitnehmen. Das ist Diebstahl. Deshalb platziere ich meine Steine nur auf dem öffentlichen Grund. Ich bin ja auch froh, wenn meine Steine in meinem Garten liegen bleiben.»

Schlaumeier.online

Nächste Woche präsentiert Burri ihr Handwerk tausenden von interessierten Kindern auf der Onlineplattform www.schlaumeier.online. Diese Website wurde am Anfang des Lockdowns ins Leben gerufen. Sie soll Kindern, die jetzt zu Hause sind, eine Alternative zu den üblichen Social-Media-Kanälen liefern. Jeden Vormittag gibt es während 30 Minuten eine Lektion, die von einer erwachsenen Person geführt wird. Mitmachen kann jeder, der eine gute Idee hat und die für Kinder geeignet ist. Kathrin Burri hat sich bei den Machern gemeldet. Am nächsten Montag, 4. Mai um 9.00 Uhr, zeigt sie, wie sie die Steine verziert. Sie wird dies hauptsächlich mit Wasserfarben zeigen, die wohl jedes Kind zu Hause hat. «Im Moment sind Käufe von Bastelartikel eher schwierig und bei Online-Käufen kann die Lieferzeit lange sein. Man soll mit dem arbeiten, was man zu Hause hat.» Somit wird es womöglich bald noch mehr bunte und verzierte Steine in der Natur zu finden geben. Denn wie die Macher von Schlaumeier auf Anfrage bekannt gaben, schauen pro Folge zwischen 20'000 und 30'000 Kinder zu.