Die Regionalpolizei passt sich an


Oberfreiamt

Wegen der Corona-Krise ist die Regionalpolizei Muri stark gefordert. Es gilt, die Massnahmen des Bundesrats durchzusetzen und die Situation täglich neu zu beurteilen. Um der Situation gerecht zu werden, musste die Patrouillen-Situation angepasst werden.

rah. Renato Orsi, Chef der Regionalpolizei Muri und Abteilungsleiter Sicherheit der Gemeinde Muri, hat im Moment alle Hände voll zu tun. «Neben der Leitung des Tagesgeschäftes bei der Regionalpolizei arbeite ich in verschiedenen Taskforces und Krisenstäben mit. Es gilt, die aktuelle Lage immer wieder zu beurteilen, sämtliche Mails zu filtern und zu beantworten und das Personal entsprechend einzuteilen.» Neben der Taskforce der Gemeinde Muri, ist er im Regionalen Führungsorgan (RFO) im Krisenstab dabei und arbeitet eng mit den verschiedenen Krisenstäben im Zivilschutz, dem Spital Muri oder den Gemeinden zusammen. «Die sehr gute Zusammenarbeit mit den lokalen Organisationen wie Zivilschutz, Rettungsdienst, Feuerwehr, RFO etc. ermöglicht eine bestmögliche Bewirtschaftung unseres Einsatzgebiets. Entscheidungen sind auch abgestützt auf diese Gespräche», so Orsi.

Polizei ist gefordert

Das schöne Wetter, gekoppelt mit den warmen Temperaturen, spielt der Polizei nicht in die Hände: «Wir spüren einen gewissen Druck aus der Bevölkerung. Sobald das Wetter schön und warm ist, zieht es die Leute raus und das Coronavirus ist kein Thema mehr», sagt er. Die Bevölkerung habe den Schock des Lockdowns vom 16. März überwunden und wolle wieder Alltag. «Deshalb sind wir umso mehr gefordert. Wir müssen eindringlich darauf aufmerksam machen, dass die Situation noch nicht vorbei ist.» Ob die Deutschschweiz mit so schweren Corona-Erkrankungen zu kämpfen haben wird, wie zum Beispiel das Tessin, kann niemand sagen. «Wenn man aber Studien aus anderen Regionen anschaut, dann müssen wir davon ausgehen, dass uns viele Fälle von schwer erkrankten Corona-Patienten noch bevorstehen», sagt Orsi.

Häusliche Gewalt ist (noch) kein Thema

Damit die Menschen sich auch im Alltag aus dem Weg gehen können, ist Orsi froh, hat der Bundesrat keine Ausgangssperre verhängt. «Es gibt genügend Ehen, die eine angespannte Situation haben. Im Normalfall können die sich während dem Arbeitsalltag aus dem Weg gehen. Im Moment mit Homeoffice ist das nicht der Fall», erklärt der Chef der Regionalpolizei Muri. Darum ist er froh, sind Spaziergänge etc. weiterhin erlaubt. «Das verschafft einer angespannten Situation zu Hause Luft.» In seinem Polizeicorps gibt es aktuell noch keinen Anstieg an Fällen von häuslicher Gewalt. «Es gibt aber Kantone, die haben das Budget zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt stark erhöht», sagt er.

Kurzarbeit ist kein Thema

Die Regionalpolizei Muri hat die Patrouillen-Strategie angepasst und die administrativen Arbeiten auf ein Minimum reduziert. Wir konzentrieren uns auf die präventive Präsenz draussen», so Orsi. Somit wurde die Patrouillendichte erhöht. Die freien Ressourcen werden hauptsächlich am Nachmittag und in den Abendstunden im Patrouillendienst eingesetzt. Auch Bussen im Strassenverkehr gäbe es weniger. «Viele Leute sind zu Hause und nicht mit den Fahrzeugen unterwegs. Das widerspiegelt sich klar auch auf die Bussensituation.» Wegen der erhöhten Patrouillendichte sind auch die Polizeiposten weniger besetzt. «In Sins haben wir noch am Montagmorgen und am Mittwochnachmittag geöffnet und in Muri jeweils an den Vormittagen von 9 bis 12 Uhr.» Die Polizei kann keine Kurzarbeit anmelden. «Die Arbeiten haben sich verlagert. Wir haben sehr viel zu tun, um die ganzen Massnahmen umzusetzen. Kurzarbeit ist bei uns gar kein Thema», erklärt Orsi.