Auch die Spitex ist gefordert


Oberfreiamt

Wegen der Corona-Pandemie sind die Fachleute im Gesundheitswesen besonders gefordert. Auch die Mitarbeitenden der Spitex Oberfreiamt leisten ausserordentliche Einsätze.

cp. Wir erleben anspruchsvolle Zeiten. Jeder ist auf seine Weise von der Corona-Krise betroffen. Die ausserordentliche Lage ist gerade auch für Leute in den Pflegeberufen nicht einfach. Zu ihnen gehören die Mitarbeitenden der Spitex Oberfreiamt. Sie betreuen aktuell 93 hilfsbedürftige, meist ältere Menschen, in den Anzeiger-Gemeinden (ausser Beinwil, dort ist die Spitex Muri und Umgebung zuständig). Die meisten Klienten zählen zu den Risikogruppen. Seit dem 2. März hat die Spitex Oberfreiamt ihre Hygienemassnahmen angepasst. Unter anderem tragen die Mitarbeiterinnen beim Besuch einen Mundschutz. «Natürlich haben die Fachpersonen während der Pflege nahen Kontakt zu den Klienten, das ist unvermeidbar», sagt Beatrice Scherrer, Leiterin der Spitex Oberfreiamt. Das Angebot der hiesigen Spitex bleibt nach wie vor dasselbe. «Wir haben keine Leistungseinschränkungen.»

Keine Symtome

Am Anfang der Krise war die Unsicherheit der Klienten gross. Sie stellten viele Fragen. «Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. Wir gehen auf die Leute zu und informieren proaktiv. Die Klienten sind sich daran gewöhnt, zu Hause zu bleiben», so Scherrer weiter. Aktuell haben die Klienten keine Corona-Symtome, auch die Mitarbeitenden seien wohlauf. «Die Zusammenarbeit im Team funktioniert sehr gut. Alle sind aufmerksam, ruhig und konzentriert.» Oft sind die Spitex-Mitarbeitenden der einzige soziale Kontakt der Klienten. Die Anzahl der Besuche ist sehr individuell. Bei gewissen Klienten kommt die Spitex zweimal pro Tag vorbei, bei anderen genügt es, einmal pro Woche vorbeizuschauen.

Die Spitex Oberfreiamt hat momentan 18 Mitarbeitende, auf 800 Stellenprozent verteilt. Wie es in den kommenden Wochen weitegehen wird, kann die Spitex-Leiterin nicht sagen. Sie kann sich nicht vorstellen, dass das Angebot der Spitex wegen der Corona-Krise eingestellt wird. Auf die Frage, was zurzeit das Wichtigste sei, sagt sie: «Hohe Eigenverantwortung, Disziplin und Achtsamkeit.»

Kanton und ZSO helfen

Beatrice Scherrer schaut auf ihre persönliche Arbeitshygiene. «Ich habe auch noch eine Familie zu Hause. Wenn ich zu den Klienten gehe, bin ich mit einer Maske unterwegs.» Ihre Aufgabe sei es, darauf zu achten, dass genug Material vor Ort vorhanden ist. «Ich werde erst nervös, wenn wir keine Schutzmittel mehr haben.» Der Kanton stehe jedoch der Spitex Oberfreiamt zur Seite. «Er hat ein Krisenmanagement, was auch das Material betrifft.» Man ist in ständigem Kontakt und wird laufend informiert. Zudem hat sich der Zivilschutz eingeschaltet. «Die ZSO Freiamt fragt regelmässig nach, ob alles in Ordnung ist.» Zurzeit sei alles im grünen Bereich.

Vielfältiges Angebot

Die Spitex Oberfreiamt bietet nebst der Pflege auch Hauswirtschaftsarbeiten an. Meist sind das Reinigungsarbeiten, der sogenannte Wochenkehr. Zudem bildet die Spitex auch Lernende aus. Während drei Monaten kommt jeweils eine angehende FaGe-Lehrtochter der Pflegi Muri und hilft mit. Die Spitex Oberfreiamt bietet auch ein Psychiatrie-Angebot an, das sie von der Spitex Muri und Umgebung ausführen lässt. Zudem werden weitere einzelne Leistungen eingekauft.

500 Mitglieder

Die Spitex Oberfreiamt ist ein Verein mit einem Leistungsauftrag der Gemeinden Abtwil, Auw, Dietwil, Mühlau, Oberrüti und Sins. Die Leistungen kosten. Unterstützt wird der Verein von seinen rund 500 Vereinsmitgliedern. Mit einem Jahresbeitrag von 35 Franken kann jeder Bürger Mitglied werden (70 Franken Ehepaare und Familien). Mit Ihrem Beitritt zeigen Sie Solidarität für Menschen, die Unterstützung brauchen. Weitere Infos unter spitex-oberfreiamt.ch.