Sins hat neu ein E-Carsharing


Sins

Das Jubiläumsjahr der Landi Sins wird auch als erstes Jahr der mobilen Sonnenenergienutzung durch eDrive Carsharing in die Geschichte eingehen. Am letzten Samstag fand der offizielle Eröffnungsanlass mit Probefahrten statt.

ci. Einfach registrieren auf www.edrivecarsharing.ch, das Fahrzeug reservieren via Internet oder App, das Auto am Standort der Landi Sins abholen, mit der Keycard oder dem Handy öffnen und losfahren. Flexibel, kostengünstig und umweltschonend. Das sind die Argumente für die künftige Nutzung des gemeindeeigenen Elektromobils Renault Zoe, welches seit dem 29. Februar 2020 am Standort bei der Landi Sins zur Verfügung steht. Die Landi und die eDrive Carsharing AG, ein Startup-Unternehmen der Landi Luzern West, möchten die Elektromobilität in Zukunft aktiv gestalten. Dazu betreiben sie eine gemeinschaftliche Nutzung von Elektroautos. Marc Muff von der eDrive-Carsharing AG war glücklich über die Realisierung in Sins. «Es ist ein grosser Schritt in der Region und steht für Nachhaltigkeit.» Er stand für jegliche Fragen rund um das Fahrzeug und die Registrierung zur Verfügung.

Zeitgemäss und umweltfreundlich Wie Landi-Geschäftsführer Armin Unternährer in seiner Ansprache betonte, sei die hiesige Genossenschaft seit 125 Jahren in stetem Wachstum und immer darum bemüht, ein modernes Dienstleistungsunternehmen zu sein. «Vor 125 Jahren, in einer tiefen Kriese der Landwirtschaft, taten sich die Bauern zusammen und gründeten unsere Genossenschaft. Was mit einer Kartoffeldampfkolonne oder der Grastrocknungsanlage begann, ist heute ein moderner Dienstleistungsbetrieb mit einem zeitgemässen Agrarcenter und einem auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichteten Landiladen. Dazu kommt eine Tankstelle und Autowaschanlage und ab heute können sie ganz bequem hier ein Elektroauto mieten.» Der Genossenschaftsgedanke stehe auch bei diesem neuesten Projekt im Vordergrund. Das Angebot «eDrive Carsharing» sei ideal für Wenigfahrer, Zweitautonutzer sowie umweltbewusste Menschen, die auf ein eigenes Auto verzichten möchten.

Ein ausbaufähiges Projekt Unternährer bedankte sich bei den Gemeindevertretern für die unkomplizierte Herangehensweise und die zügige Realisierung. «Im Mai 2019 fand die erste Sitzung statt, an der SIGA durften wir das Projekt bereits der breiten Bevölkerung vorstellen und jetzt sind wir stolz darauf, dieses Elektrofahrzeug offiziell zur Verfügung zu stellen.» Gemeindeammann Josef Huwiler bezeichnete diesen Anlass als einen Meilenstein in Richtung Energiestadt. «Das Projekt passt hervorragend in unsere Gemeinde, sowohl ins Energiestadt-Konzept als auch ins Landikonzept. Es ist vorerst nur ein kleiner ökologischer Beitrag. Aber im Kleinen beginnt man. Bei Bedarf steht einer Weiterentwicklung nichts im Wege.» Schon früher wollte die Gemeinde mit den Nachbargemeinden in Diskussion treten betreffend Mobility, leider blieb die nötige Resonanz aus. Huwiler freut sich, dass Sins nun ein eigenes Fahrzeug besitzt. Feierlich übergab er den symbolischen Autoschlüssel dem Geschäftsführer der Landi.

Eigener Strom vom Dach Die Landi übernahm die Anschaffungskosten für das Auto und die notwendige Infrastruktur. Die Gemeinde «mietet» dieses nun und bezahlt jährlich einen Fixbetrag an die Landi. Die Einnahmen aus der Nutzung gehen an die Gemeinde. Gemäss Unternährer sei dies eine optimale Lösung für alle Beteiligten. «Es geht nicht um einen neuen, gewinnbringenden Geschäftszweig. Wir wollen einen grünen Fingerabdruck hinterlassen.» Im kommenden Sommer wird auf dem Dach der Lagerhalle und des Landiladens eine eigene Photovoltaikanlage installiert. Der damit gewonnene Ökostrom wird für die Bedürfnisse der Landi genutzt, also auch für das Aufladen des Elektroautos. Bei Verfügbarkeit wird Strom in das Gemeindenetz eingespeist. So entsteht ein nachhaltiger und regionaler Kreislauf.

Testfahrten wurden rege genutzt Am Eröffnungstag konnten Interessierte von morgens acht Uhr bis Ladenschluss das Auto in einer kurzen Fahrt testen. Einig waren sich die Fahrer. Es sei ein kompakter und komfortabler Wagen. Den einen fehlte das Motorengeräusch im Wageninneren, die anderen sahen genau in dieser Stille den Komfort. Auch der Gemeindeammann testete den Wagen und staunte, dass das am lautesten klingende Geräusch der Blinker war.