Eine Pension ist fast am Limit


Oberrüti

Das Lustspiel "Pension am Limit" von der Thurgauerin Claudia Gysel wurde von der Theatergruppe Oberrüti brillant auf die Bretter der altehrwürdigen Mehrzweckhalle gebracht. Regisseur Beni Kreuzer verstand es einmal mehr, die zehn unterschiedlichen Charaktere zu einer verschworenen Einheit zu formen.

rico. Die in die Jahre gekommene Mutter Evi Benz (Evelyne van den Berg) ist sowohl körperlich wie auch geistig – wie man allgemein meint – etwas angeschlagen. Sie muss mitansehen, wie ihre Tochter Linda und ihr Schwiegersohn Werner die Pension allmählich und buchstäblich an die Wand fahren. Ein unheilvoller Tag lässt die Gewissheit zu, dass es so nicht weitergehen kann.

Am gleichen Tag finden in der Pension die Generalversammlung des Samaritervereins, das Geburtstagsfest eines langjährigen Gastes und die Einkehr der Wandergilde statt. Pech für die Wirtin – die jedes Detail aufschreibt und meint, damit alles im Griff zu haben – dass sie zuwenig Personal besitzt und zu guter Letzt auch noch der Koch davonläuft. Zuvor hat ihr etwas trotteliger Mann, kurz davor, ein Trunkenbold zu werden, das Turmzimmer an eine hübsche Dame vermietet. Pech, dass er das nicht aufgeschrieben hat, denn wenig später vermietet seine Frau das Zimmer noch einmal an einen etwas dubiosen Gast, der hinter den Büchern im Regal etwas versteckt hat.

Die Magen- und Darmgrippe

Mit ihr hat die unter heftigem Kontrollzwang stehende Pensionswirtin nicht gerechnet. Viele eingeladene Geburtstagsgäste sagen ab. Die Unglückszahl Dreizehn spielt bei der Wirtin eine grosse Rolle, so dass sie immer wieder Leute auslädt und wieder einlädt, weil sie einfach der Zahl von dreizehn Gästen ausweichen will.

Auch dubiose Gestalten tauchen in regelmässigen Abständen in der Pension auf. So ein argentinischer Clochard, die junge Freundin vom treuen Pensionsgast Silvio Zuberbühler, der angeblich seinen 50. Geburtstag feiern will und eine Person, die als Ärztin, als Sherlock Holmes, als Gärtner und sonst noch in anderen Verkleidungen auftritt. Dass der angeblich Fünfzigjährige alles unternimmt, damit ihm seine eifersüchtige Frau nicht den Abend verderben kann, wirft der strukturierten Pensionswirtin ein paar rechte Knüppel zwischen die Beine.

  Niemad blickt mehr durch, ausser der alten Evi Benz, die alles als stille Betrachterin mitansieht, doch auf sie hört ja niemand. Sie ist es auch, die das versteckte Diebesgut hinter den Büchern findet.

Ein Ende in Minne

Zu guter Letzt erscheint auch noch die Immobilien-Maklerin Marianne Steiner, die im trotteligen Wirt Werner ihren ersten Liebhaber, den «Hopsi» erkennt. Der junge, aufgeregte Gast, der seine verschwundenen Juwelen sucht, entpuppt sich als ihr Sohn Kevin. Als auch noch der argentinische Clochard sich als Bruder der Wirtin zu erkennen gibt, ist das Chaos perfekt. Er ist nicht, wie die Familie glaubt, ein argentinischer Rinderbaron, aber er hat es im Gastrobereich weit gebracht. Und so nimmt der Abend mit allerlei Turbulenzen seine Fortsetzung, bis – es ist schliesslich ein Lutspiel – alles in Minne endet. Die Oberrüter Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugen auf der ganzen Linie, das Premierenpublikum war hell begeistert.

Weitere Aufführungen

Noch fünf Mal stehen die Akteure auf der Oberrüter Bühne: Freitag, 17.1.; Samstag, 18.1.; Sonntag, 19.1., 17.08 Uhr; Freitag, 24.1.; Samstag, 25.1. Beginn am Freitag und Samstag, je 20.08 Uhr. Türöffnung jeweils um 18.30 Uhr, am Sonntag um 16.00 Uhr.

Platzreservationen (sitzplatzgenau) unter www.tgob.ch oder unter 075 413 52 53 von Montag bis Mittwoch von 18.30 bis 20.30 Uhr. Vor den Abendvorstellungen kann man ab 18.30 Uhr Essen bestellen. Theaterbar und Tombola gibts auch dieses Jahr.