Kulturbau kann geplant werden


Sins

Der Gemeinschaftsraum im Schulhaus Letten war fast zu klein um alle Besucher der Kirchgemeindeversammlung aufzunehmen. Das Taktandum «Kulturbau Küngsmatt» gab zu vielen Diskussionen pro und kontra Anlass.

rico. Im Jahre 2008 wurde über das Areal Ammannsmatt und Küngsmatt ein Architekturwettbewerb durchgeführt, der die Nutzung dieser öffentlichen Zone aufzeigen sollte. Vor rund zwei Jahren wurde die Projektbearbeitung des Kulturbaus Küngsmatt aus dem Siegerprojekt «Trifolium» wieder aufgenommen. Schnell wurde klar, dass die Raumbedürfnisse für einen solchen Bau vorhanden sind, dass aber die Kirchgemeinde ein solches Bauvorhaben allein nicht realisieren kann. Es wurde das Gespräch mit der Einwohnergemeinde und den raumsuchenden Kinobetreibern «Cinepol Sins» aufgenommen.«Es fehlt in der Gemeinde Sins an Räumen mit gemeinnützigem Charakter und für verschiedene grössere und kleinere Anlässe. Die Gemeinde braucht Raum, um die Bibliothek und Ludothek neu unterbringen zu können. Die Dreifachturnhalle Ammannsmatt ist heute sehr hoch ausgebucht, auch hier wäre Entlastung ausserhalb des Sports nötig», meinte Kirchenpflegepräsident Herbert Karli an der Versammlung. Die nachfolgende Diskussion zeigte schnell auf, dass die Meinungen über den «Kultbau» auseinander gingen. Vielen Interpellanten fehlte ein genaues Konzept, eine Kostenzusammenstellung oder die Abklärung von Bedürfnissen für die Notwendigkeit solcher Räume. Von Seiten der Kirchenpflege kam die Erwiderung, dass man die Million Franken, die man als Darlehen im Zentrum Aettenbühl hat, zurückziehen werde, das Land gehört bereits der Kirchgemeinde, der Rest wird mit Bankkrediten finanziert. Die Kritik am Rückzug der Aettenbühl-Million wies Karli zurück, er betonte, dass der Stifungsrat die Million anderweitig günstiger generieren könne als bisher von der Kirche. Die Präsidentin des Stiftungsrates konnte dies nach Rückfrage bestätigen. «Man kann heute einfach noch nicht sagen, ob der Bau vier oder fünf Millionen Franken kosten wird, das wird die Planung ergeben, für die wir diesen Kreditantrag machen», meinte Karli. Ohne Einmietung des Cinepol wird das Projekt nicht realisiert werden können. Das Erdgeschoss würde dem Kino im Rohbau übergeben, der Innenausbau macht das Kino selbständig. Der Zugang zu den Kinosälen ist von Osten aus (Bremgartenstrasse) angedacht, der Zugang zu den übrigen Räumlichkeiten von der Kirchstrasse auf der Westseite her. Mit dem Kino ist ein längerfristiger Mietvertrag vorgesehen, Bedenken, was passieren würde, wenn das Kino zugehen würde, wurden vom Kinobesitzer zerstreut.

Rückweisungsantrag abgewiesen

Für die Realisierung der Baute setzten sich auch Gemeindeammann Josef Huwiler und Gemeindeschreiber und Kirchengutsverwalter Marcel Villiger ein. Sie mussten sich allerdings anhören, dass der ganze Kostenrahmen zuwenig transparent sei. Die Gemeinde solle sich grösser in die Planung und Finanzierung einbauen, war verschiedentlich zu hören. Auch die Vereine müssten angegangen werden, um abzuklären, ob überhaupt ein Interesse an einem solch grossen Kulturbau vorhanden sei.Höhepunkt der Diskussion war ein Rückweisungsantrag aus der Versammlungsmitte, der das Traktandum auf einen späteren Termin verschieben wollte, mit der Absicht, mehr Transparenz über Finanzen, Sicherheit und über die Notwendigkeit einer Finanzanlage durch die Kirchgemeinde Klarheit zu erhalten. Der Antrag wurde mit 44 Ja zu 73 Nein abgewiesen. Die nachfolgende Abstimmung zum Planungskredit von 120’000 Franken für einen Kulturneubau in Sins ergab ein überraschendes Resultat: 86 Ja- zu 26 Nein-Stimmen bei 16 Enthaltungen.Die Suppe ist allerdings noch nicht gegessen, steht doch noch das fakultative Referendum aus. Von den 1845 Stimmberechtigten kamen 128 zur Versammlung. Das Quorum von 369 Stimmen wurde nicht erreicht.