Erweiterung Letten auf Ende 2021


Sins

Mit dem Schulbetrieb im Primarschulhaus Letten stösst man seit längerem an die Grenzen. Der heutige Schulstandort für die Primarschule und den Kindergarten ergibt logische und sinnvolle Entwicklungschancen, die auf dem gemeindeeigenen Areal gelöst werden können. Kostenpunkt 6,12 Millionen Franken.

rico. Die gut besuchte Info-Veranstaltung vom letzten Montag im Gemeinschaftsraum Letten gab Auskunft über die Details des geplanten Projekts von der Idee, der Auftragsstellung bis zur geplanten Umsetzung. Die Entwicklung der Primarstufe und des Kindergartens, die Anforderungen nach dem Stufenprinzip 6/3, die pädagogischen Veränderungen und Vorgaben oder die steigenden Schülerzahlen verlangen eine vorausgehende, weitsichtige Schulraumplanung. Die Bereitstellung von nötig werdenden und teuren Provisorien stellt keine dauernde Lösung dar, so dass ein Erweiterungsbau auf dem Areal Letten das wirtschaftlichste Ergebnis darstellt. Die Strategie des Gemeinderats richtet sich – nach bisherigen, konkreten Projektierungen und Planungen – auf Machbarkeit durch eine bauliche Erweiterung aus. Die entsprechenden Vorarbeiten sind mit unterschiedlichen Beteiligten in einer Arbeitsgruppe geleistet worden. Die beiden bisherigen Hauswartwohnungen werden dem Neubau zum Opfer fallen.

Wieso ein neues Schulhaus?

«Es ist die Folge von pädagogischen Veränderungen, neuen Lernformen und Lernvorgaben oder veränderten Schülerzahlen. Es fehlen Gruppenräume und Fachzimmer, es muss auf die Gänge ausgewichen werden, Räume müssen bereits zweckentfremdend benützt werden», meint die zuständige Ressortleiterin, Gemeinderätin Yvonne Notter-Hertlein. Die begründeten und fundierten Bedürfnisse der Schule sind im Neubauprojekt berücksichtigt. Die Ergänzungen und Entwicklungen des Primarschulstandortes Letten sollen aufgrund der schulischen Vorgaben (Beispiel Lehrplan 21 und Lernformen, Schülerzahlen und Abteilungen) langfristig gesichert werden. Die betriebliche Integration und die Abläufe sind überzeugend und logisch. Die kompakte und gleichzeitig flexible Gebäude-Holzstruktur erfüllt die Grundvoraussetzungen für eine kostengünstige Realisierung mit kleinem Ressourcenaufwand, eine optimale betriebliche Organisation, eine langfristige Anpassbarkeit und Flexibilität, einen wirtschaftlichen Betrieb und somit eine nachhaltige Bauweise. Mit dem Neubau kann man wieder nach den Vorgaben unterrichten, Diese langfristige Lösung liegt im Ergebnis einer Planung für die nächsten 20 Jahre und länger.

Feuerwehr erhält mehr Platz

Nach dem Komplettabbruch des bestehenden Gebäudes mit Wohnungen und Feuerwehrlokal wird der Neubau auf den Fundamenten der Zivilschutzbauten realisiert. Es braucht also keinen Aushub, keine Unterkellerung und keine grossen Planungen für Heizung, Sanitär oder Elektro, weil Anschlussmöglichlkeiten bereits vorhanden sind. Der Neuaufbau des Feuerwehrgebäudes sieht eine Erhöhung des Raumes um 40 Zentimeter und eine Verbreiterung der Fahrbahnen um einen halben Meter auf vier Meter vor. Zusätzlich erhält die Feuerwehr einen Lagerraum. Das Bauamt Sins ist seit dem 1. September 2019 neu in der Industrie Nord angesiedelt.

Orientierung über das Projekt

Der Gesamt-Gemeinderat Sins, der Bauchef der Gemeinde und Vertreter der Schule orientierten am letzten Montag über das zu realisierende, zukunftsweisende Projekt. Der Anspruch der Schule war unbestritten, die Notwendigkeit der zusätzlichen sechs Klassenzimmer, den zwei multifunktionalen Räumen, den acht Gruppenräumen scheint sinnvoll. Das neue Gebäude soll mit dem «Altbau» verbunden werden, Übergänge, Lift und Treppenhaus werden rollstuhlgängig. Der Zwischenraum zwischen den beiden Gebäuden kann auch als Pausenplatz genutzt werden. Die Diskussionen drehten sich allgemein um den Standort des Feuerwehrmagazins. «Warum nutzt man die Gelegenheit nicht, alles an einem Ort unterzubringen, Werkhof und Feuerwehr? Der jetztige Feuerwehr-Standort ist nicht optimal», meinte ein interessierter Anwohner. Die Überlegungen hatte sich der Gemeinderat ebenfalls gemacht. Die Mehrkosten für ein neues Feuerwehrlokal hätten aber weitere vier bis sechs Millionen Franken benötigt, was gegenwärtig nicht drinliegt. In zehn bis fünfzehn Jahren ist ein neues Projekt denkbar. Dannzumal könnten die frei werdenden Räume für verschiedenartigste Events bereitstehen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Hauses stand ebenfalls im Disskussions-Mittelpunkt. Das soll laut der Administrative realisiert werden, tangiert aber das Kreditvolumen nicht.

Baubeginn Sommer 2020

Bei positivem Beschluss der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 20. November 2019 zum beantragten Verpflichtungskredit von 6,12 Millionen Franken sieht der Gemeinderat den Beginn der Bauarbeiten im Sommer 2020 vor. Es wird mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren gerechnet, so dass – unter der Voraussetzung eines reibungslosen Bauverlaufs – der Neubau auf Beginn des zweiten Semesters des Schuljahres 2021/2022 in Betrieb genommen werden kann.