Marcel Huwyler schrieb Kriminalroman


Merenschwand

Marcel Huwyler, aufgewachsen in Merenschwand und ehemaliger Primarlehrer in Muri, ist unter die Autoren gegangen. Sein Erstlingswerk kam jedoch nicht in einem kleinen Schweizer Verlag heraus. Huwyler arbeitete dafür mit den grossen, internationalen Namen der Branche zusammen.

rah. Der 49-jährige Marcel Huwyler stammt aus einer Wagnerfamilie. «Seit Generationen fertigten meine Vorfahren Räder, Wagen und Kutschen aus Holz. Ich bin der Erste, der diese Tradition nicht weiterführte», erklärt er. Dies weil er von sich behauptet, kein Handwerker zu sein. «Komischerweise fällt mir jetzt auf, dass ich diese Tradition doch irgendwie weiterführe. Als Schriftsteller einfach ein wenig anders.» Ihm fällt sogar eine Parallele zwischen dem Handwerk seiner Vorfahren und seinem als Schriftsteller auf: «Ich nehme meine Leser auch mit auf eine Reise. Man weiss nicht wohin es geht, aber man kann sagen, es wird spannend.» Vom Land in die grosse Stadt Huwyler ging immer gerne in die Schule und hatte früh sein Talent als Schreiber entdeckt. «Ich habe schon als Drittklässler zehnseitige Aufsätze geschrieben.» Nach der Schule wurde er Primarlehrer in Muri und rutschte als freischaffender Korrespondent in den Journalismus. Zuerst arbeitete er für Lokalzeitungen, später für einen grossen Aargauer Verlag. Mit der Zeit selektionierte er die Aufträge nach seinen Interessen und spezialisierte sich auf Portraits und Reportagen. Mittlerweile arbeitet er für die Schweizer Illustrierte und die Landliebe im In- und Ausland.

Das Buch als logische Quintessenz Dass er nun ein Buch geschrieben hat, kam nicht von ungefähr. «Schon vor vielen Jahren haben mir meine Freunde und Familie gesagt, ich solle meine Geschichten aufschreiben.» Am meisten Schuld habe jedoch seine Partnerin, sagte er schmunzeln. So kam es, dass er während dem Abbau seiner Überstunden anfing an einem Buch zu schreiben. «Ich kam dann in einen Strudel und merkte, dass es einen wahnsinnigen Flow gibt. Ich habe morgens um 7 Uhr mit Schreiben begonnen und plötzlich war abends um 19 Uhr.» Die Geschichte für das Buch ist ein Mix aus vielen Ideen, Erlebtem, Gefühltem und Gedachtem der letzten Jahre. «Das sind teilweise ganz kleine Episoden, die sich jetzt zu einer grossen Geschichte zusammenfügten.»

Frau Morgenstern und das Böse Die Geschichte wurde ein 381-seitigen Kriminalroman und dreht sich um eine ältere, resolute Dame mit einem starken Gerechtigkeitssinn. Um die Welt von schlechten Personen zu befreien, handelt sie präventiv und lässt diese verschwinden. Als ein Mord ihr nachgewiesen werden kann, bekommt sie die Möglichkeit, für ein geheimes Schweizer Ministerium als Auftragsmörderin zu arbeiten. Die 59-jährige nimmt das Angebot an und kommt als Auftragskillerin einer grossen Verschwörung auf die Spur.

Eine namhafte Agentin Für die Herausgabe seiner Geschichte wollte Huwyler einen grossen, europäischen Verlag. Sein Glück war, dass er auf die Agentin von Patrick Süskind (a.d.R. ist Autor von «Das Parfum») traf und diese ihn unter Vertrag nahm. Sie verhandelte mit diversen Verlagen und schlussendlich landete das Buch beim deutschen Grafit Verlag. «Ab diesem Zeitpunkt ging es los. Ich bekam Lektoren, Projektmanager, Marketing- und Werbeleute», lacht Huwyler. Seit dem 23. September ist das Buch im Handel. «Nun steht eine weitere spannende Zeit an. Wir warten sehnsüchtigst auf die ersten Verkaufszahlen», so Huwyler. Aber auch Rankings prüft er oder schaut sich in den Buchländen an, wie und wo sein Buch präsentiert wird.

Ein grosser Traum geht in Erfüllung Natürlich stehen auch Lesungen an: «Ich habe bereits Buchungen bis Mitte nächsten Jahres.» Aber was ihn am meisten freut und auch ein grosser Bubentraum war, ist, dass er an der Frankfurter Buchmesse aus seinem Buch lesen darf. «Darauf freue ich mich wahnsinnig. Das ist für mich der Höhepunkt von diesem Projekt.» Dass er als Lehrer arbeitete, kommt ihm dabei zu Gute. «Ich stehe gerne vor die Leute und es kommt mir nicht drauf an, ob 2 oder 2000 Personen vor mir sind.»

Zweites Buch ist angedacht Die Agenten und der Verlag haben bereits signalisiert, dass ein zweites Buch wünschenswert ist. «Die Story bietet sich zum Glück für eine Folgegeschichte an», so Huwyler. Er hat die ersten Kapitel bereits geschrieben. «Aber jetzt müssen wir zuerst schauen, wie das erste Buch läuft.» Einen Druck verspürt er nicht, da es für ihn eine gewollte und spannende Zeit ist.