Mit vollen Segeln Richtung Westen


Hünenberg

Oliver Zäch, langjähriger Stellenleiter der Schulsozialarbeit Region Sins, ist mit seiner Familie seit drei Monaten im Mittelmeer unterwegs.

pc. Mitte Juli ging das Abenteuer für Familie Zäch aus Hünenberg richtig los. Sie starteten mit ihrem 14 Meter langen Segelboot «Hard Rock». Der «Anzeiger»wollte vom ehemaligen Leiter der Schulsozialarbeit Region Sins wissen,welche Erfahrungen sie in den ersten drei Monaten bereits gesammelt haben und wie die Reise weitergehen soll.

Wie kamen Sie auf die Idee, auf Langfahrt zu gehen?

Oliver Zäch: Die Idee dazu entstand vor zwei Jahren beim Segeln auf dem Zugersee. Wir wollten gemeinsam als Familie ein Abenteuer erleben, Zeit zusammen verbringen, die Welt sehen,die Natur spüren, Freiheit erleben. Ein Erlebnis schaffen, dass für immer in unserer Erinnerung bleibt. Dabei waren wir uns zuerst nicht sicher, ob mit Wohnmobil oder Segelboot. Die Wahl fiel dann aber rasch aufs Segelboot,weil das Segelboot der Inbegriff von Freiheit, Flexibilität und Mobilität ist.

Was habt Ihr mir den Kindern besprochen? Waren sie auch sofort dabei? Antwort: Die Kids kannten Segeln bereis vom Zugersee und Ferienwochen auf dem Meer. Unser Sohn hat zuerst bedenken bezüglich seiner Freunde und des Fussballs angemeldet. Er war aber rasch motiviert und hat sich gefreut. Unsere Tochter ist erst vier und für sie war das Räumen des Zimmers und die Auswahl der Spielsachen, welche sie mitnehmen kann schwer. Die Kids sprechen ab und zu mit ihren Freunden aus dem Quartier und halten so den Kontakt aufrecht. Mit WhatsApp oder Facetime geht das ganz gut. Im Moment möchte aber niemand zurück.

Wer ist alles dabei? Meine Frau Liset (37), meine Tochter Lou (4), mein Sohn Atl (9) und ich (40).

Was ist es für ein Boot? Das Boot haben wir vor drei Jahren in der Türkei gebraucht gekauft und hergerichtet. Es ist eine alte Oceanis 500 von Beneteau. Baujahr 1991.

Wie werden die Kids unterwegs unterrichtet? Wir haben die Schulbücher dabei und versuchen von Montag bis Freitag jeweils drei Lektionen pro Tag abzuhalten. Natürlich ist das sehr flexibel, wenn wir beispielsweise einen langen Schlag vor uns haben, und der Wind mit 20 Knoten weht, ist nicht an Unterricht zu denken. Dafür vielleicht später am Ankerplatz. Es braucht viel Flexibilität. Unterrichtet wird Englisch, Deutsch und Mathematik, Mensch und Umwelt sowie Arbeiten mit den Händen. Wir versuchen jeweils Themen vor Ort aufzunehmen. So haben wir letzte Woche den ersten Seehund gesehen und das war dann gerade das Thema für Mensch und Umwelt....

Mehr dazu in der Printausgabe.

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