Roman Zurfluh ist bereit fürs ESAF


Schwingen

An diesem Wochenende findet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug statt. Unter den 276 Athleten kämpft auch der Mühlauer Roman Zurfluh um den Kranz – obwohl er mit einem tiefergesteckten Ergebnis auch zufrieden wäre.

rah. Roman Zurfluh, der in Dietwil aufwuchs, schwingt für den Luzerner Klub Oberhabsburg. «Das kommt aus unserer Familiengeschichte. Schon mein Vater hat für diesen Schwingklub geschwungen», erklärt er. Sein Grossvater war ein sehr guter Schwinger. Er ist dreifacher Eidgenosse und wurde am Eidgenössischen Schwingfest in Aarau 1964 dritter. Somit ist Zurfluh schon früh mit der Schwingkultur in Berührung gekommen. Ihn faszinierte der Zweikampf im Sägemehl und die Tradition rund um das Schwingen schon früh.

Erfolgreiche Schwingkarriere Zwei seiner grössten Erfolge verzeichnete Zurfluh 2017. Damals konnte er aufgrund seiner guten Ergebnisse am Unspunnen Schwinget teilnehmen. «Die Qualifikation für das Unspunnen ist viel schwieriger als für das Eidgenössische» erklärt er. «Deshalb war das schon ein grosser Erfolg. Und ich konnte auch alle sechs Gänge schwingen», erzählt er stolz. Neben der Teilnahme am Unspunnen gehörte der Kranzgewinn am Innerschweizer Kantonalen in Alpnach 2017 zu seinen grössten Erfolgen. Bereits als Jungschwinger gewann er einige Feste, wobei der grösste Erfolg der zweite Platz am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag im Jahr 2012 war. «Obwohl ich damals anfangs Jahr noch das Fussgelenk brach, konnte ich trotzdem so gut am Wettkampftag abschneiden», freut sich der 24-Jährige. Verletzungen haben ihn immer wieder zu Pausen gezwungen. «In den letzten Jahren musste ich das Knie viermal operieren. Entweder wegen dem Meniskus oder wegen der Kniescheibe», erklärt er. In diesem Jahr blieb er von Verletzungen verschont und verzeichnete eine gute Saison.

Eine gute Saison 2019 Zurfluh bestritt das Schwyzer- das Ob- und Nidwaldner und das Luzerner Kantonale Schwingfest. Bei allen dreien gewann er einen Kranz. «Das waren in diesem Jahr die grössten Erfolge», erzählt er. «Insgesamt schwang ich an 13 Festen mit 2019.» Für das Eidgenössische ist er bereit. Doch es gäbe viele Faktoren, die zum Erfolg beitragen, erklärt er: «Vieles hängt von der Einstellung ab. Und man braucht auch etwas Glück mit der Einteilung», erklärt er. Denn je nach Schwingart passt nicht jeder Gegner gleich gut. «Das sind Sachen, die man nicht beeinflussen kann, man muss aus jeder Situation einfach das Beste machen», lacht er. Angstgegner gibt es für Zurfluh nicht. Im Gegenteil. Wenn er gegen einen grossen Namen schwingen kann, weiss er, dass er es am Fest schon weit geschafft hat. «Ein guter Schwinger wie ein Matthias Sempach oder ein Kilian Wenger bekommt man ja nicht im ersten Gang» lacht er. Zurfluh hat Erfahrungen mit den grossen Schwingern. «Am Unspunnen schwang ich gegen Sempach und in diesem Jahr gegen Wenger und Schuler.» Den Kampf gegen Christian Schuler konnte er gar stellen, was ihm am Schwyzer Kantonalen den Kranz einbrachte.

Das Highlight ESAF 2019 Nun ist also das grosse Schwingfest 2019 da. Nur alle drei Jahre gibt es einen neuen König im Schwingen. An einem Eidgenössischen gibt es acht Gänge zu Schwingen. Das persönliche Ziel von Zurfluh ist, dass er alle acht Gänge schwingen kann. «Wobei mein Traum ein Kranz ist», verrät er. Der 24-Jährige ist angespannt. «Vor jedem Schwingfest bin ich nervös, aber vor diesem noch mehr», sagt er. Er wird versuchen, heute Nacht früh ins Bett zu gehen und zu schlafen. Am Morgen wird er sein gewohntes Frühstück nehmen und zum Mittagessen etwas Kleines mitnehmen. «Am Festtag verpflege ich mich jeweils mit einem kleinen Menü das ich von zu Hause mitnehme. Somit ist sich mein Körper immer die gleiche Nahrung am Wettkampftag gewohnt.» Wenn Zurfluh die ersten vier Gänge übersteht, wird er am morgen Abend nach Hause gehen, sich erholen, um am Sonntag für die weiteren vier Gänge parat zu sein. «Am Sonntagabend werde ich wahrscheinlich auch noch in der Festmeile anzutreffen sein.»