Livio Fruci gewinnt acht Mal Gold


Wallenschwil

Eine beachtliche Bilanz erreichte Livio Fruci an den Schweizer Meisterschaften der Islandpferde am letzten Juni-Wochenende im Toggenburg. Gleich acht Junioren-Meistertitel holte der Wallenschwiler. Dabei setzte er auf eine geschickte Taktik.

rah. Angefangen hat alles, als Fruci acht Jahre alt war. «Ich wollte auf einmal Reitstunden nehmen und so kam es, dass mich die Leidenschaft gepackt hatte.» Da seine Stiefschwester mit ihrem Islandpferd in die Nähe zog, konnte er jeweils auf diesem Pferd reiten. Dieser Pferderasse ist er bis heute treu geblieben. «Isländer sind spezielle Pferde. Die können nicht nur die Gangarten Trab und Galopp, sondern auch noch Tölt und Rennpass», erklärt der leidenschaftliche Reiter. «Diese Gänge benötigen etwas mehr Gefühl. Man braucht die richtige Körperspannung, damit auch die richtigen Gänge kommen», definiert er seine Arbeit. Mit 15 Jahren bestritt Fruci sein erstes Turnier in der Kategorie Jugend, das er gleich mit dem Schweizer Meister-Titel T6-Tölt krönte. Von da an gehörte er zur festen Startaufstellung bei den Schweizer Meisterschaften. Allerdings ritt er ab 2016 in der Kategorie Junior. «2017 wurde ich auch Schweizer Meister im Fünfgangpreis F1», erzählt der ausgebildete Pferdefachmann.

Acht verschiedene Schweizer-Meister-Titel

In diesem Jahr konnte der 21-Jährige zum letzten Mal in der Kategorie Junior mitreiten. Dabei ging er taktisch vor: «Ich habe drei verschiedene Pferde an den Wettkampf mitgenommen. Ich weiss, wo die Stärken der Pferde liegen. Daher konnte ich die Pferde entsprechend einsetzen.» Fruci nahm neben zwei eigenen auch ein Leihross mit. «Ich wusste, dass der Hengst ein gutes Pferd ist und hatte die Hoffnung, mit ihm eine erfolgreiche Schweizermeisterschaft zu zeigen, damit wir im August an die Weltmeisterschaft in Berlin gehen können.» Nicht nur der Hengst «Erró vom Freyelhof» räumte drei Titel ab, sondern auch seine Stute «Ida frá Strandarhjáleigu» holte zwei und sein Wallach «Jóhannes Kjarval frá Hala» nochmals drei. Von zehn verschiedenen Prüfungen gewann der Wallenschwiler gleich acht. Bei den anderen beiden wurde er Dritter. So reiste der 21-Jährige mit zehn Medaillen und acht Pokalen nach Hause ins Oberfreiamt. Das gute Abschneiden gibt ihm Zuversicht für die bevorstehenden Weltmeisterschaften in Berlin, zu der er von der Sportkommissionen nominiert wurde.

Im August an die Weltmeisterschaften

An der Weltmeisterschaft kann er nicht gleich taktisch vorgehen, wie jetzt an der Schweizermeisterschaft. «An der WM darf man nur ein Ross reiten. Ich werde aber «Jóhannes» und «Erró» mitnehmen und vor Ort entscheiden, mit welchem ich antrete.» Zudem werden die Pferde einem Gesundheitscheck unterzogen. Sollte dabei eines der beiden Pferde durchfallen, ist er froh, einen Ersatz dabei zu haben.

Kein Preisgeld für den Sieger

Reich wird er mit den Titeln nicht. Bei den Meisterschaften der Islandpferde gibt es kein Preisgeld. «Es ist einfach eine schöne Anerkennung für meine Arbeit und natürlich hilft es meinem Namen, für meine berufliche Karriere», so der Pferdefachmann. Fruci hat auf dem Hof in Wallenschwil vier eigene Pferde und ein Leihpferd. Neben seiner Arbeit auf diesem Hof mit einer kleinen Zucht, unterrichtet Fruci noch privat Reitstunden und wird seine eigene Reitschule eröffnen. «Doch nach der Saison ist vor der Saison», sagt er. Und so wird er nach der Weltmeisterschaft bereits wieder für die Wettkämpfe im nächsten Jahr trainieren. «Neben der Schweizermeisterschaft, wo ich dann in der Kategorie der Erwachsenen antreten werde, sind auch noch die Mitteleuropäischen-Meisterschaften. Da möchte ich ebenfalls gut abschneiden.»