Dunkle Wolken über der Sommergmeind


Beinwil

Bei der Beinwiler Gemeindeversammlung sorgte am Mittwoch vor allem das Wetter für ungewollte Unterhaltung.

ew. Nach mehrmaliger Prüfung der Wetter-App entschied sich die Verwaltung, die Sommergemeinde als Open-Air-Veranstaltung durchzuführen. Im Nachhinein erwies sich dies als mutiger Entscheid. Bei schönem Wetter begrüsste der Gemeindeammann Albert Betschart die 63 Stimmberechtigten und freute sich über die Rückkehr von Jenny Rey, die seit April wieder in der Gemeindekanzlei arbeitet.

Ebenfalls freute sich Betschart über den Ertragsüberschuss von 870'000 Franken. Dieser unerwartet positive Abschluss führte der Gemeindeammann auf stabile Erträge und zu hoch budgetierte Ausgaben zurück. Vor allem in der Bildung wurde weniger Geld ausgegeben. Dies unter anderem wegen rückläufigen Schülerzahlen.

Steiners Auftritt

Auch der Bilanzüberschuss von über 5 Millionen Franken liest sich gut in der Rechnung. Trotzdem erklärte Betschart, dass eine Steuersenkung zurzeit kein Thema sei. Mit dem Blick auf kommende Ausgaben in naher Zukunft werden diese Reserven benötigt. Der grosse Überschuss war jedoch eine Steilvorlage für Andy Steiner, der schon seit zwei Jahren, jeweils an der Sommergemeinde, eine Steuersenkung vom Gemeinderat fordert. Das war auch an dieser Versammlung nicht anders. Schliesslich würde ein Steuerfuss unter 100 Prozent die Gemeinde attraktiver machen. «Zumindest für den nächsten Budgetierungsprozess sollte eine Steuersenkung eingeplant werden», befand Steiner.

Betschart nahm das Votum zur Kenntnis und die Gemeinde genehmigte die Jahresrechnung einstimmig. Dann erklärte Frau Vizeammann Franziska Stenico das Projekt der familienergänzenden Kinderbetreuung. Ab August startet nun eine dreijährige Pilotphase mit einem Mittagstisch jeden Dienstag. Das Angebot konnte in die Schule integriert werden, sehr zur Freude von Stenico. Das Betreuungsangebot soll kostendeckend durch die Elternbeiträge gestaltet werden. In der Anfangsphase berechnet die Schule jedoch eine maximale Kostendefizitgarantie von 16'300 Franken. Dem Antrag wurde mit einer Gegenstimme zugestimmt.

Blitze im Anzug

Passend zum Thema Abwasserreglement zogen dunkle Wolken über die Sommergemeinde und drohten sich zu entleeren. Der von Gemeinderat Christian Wenger vorgestellte Antrag zum Abwasserreglement wurde schnell und diskussionslos angenommen. Allerdings streckten einige Stimmberechtigte ihre Arme nicht mehr ganz in die Höhe, wohl aus Angst vor den immer näherkommenden Blitzen.

Im Rahmen der Auffüllung der Deponie Weid-Banacker musste die Kantonsstrasse K350 Beinwil/Feld–Rüstenschwil nach Norden verlegt werden und bekam dadurch eine andere Linienführung. So entstanden neue Eigentumsverhältnisse die ins Grundbuch eingetragen werden müssen. Gemeinderat Toni Zehnder erklärte, dass dem Gemeinderat, bei Landerwerb, -abtausch oder Flächenänderungen an öffentlichem Eigentum, die Kompetenz zum eigenständigen Handeln fehlt. Und deshalb müsse an der Gemeindeversammlung, die dafür zuständig ist, abgestimmt werden.

Zweite Offerte gefordert

Gemäss der Mutationsurkunde hat die Einwohnergemeinde Beinwil von ihrem Grundstück, Parzelle 815 (Flurstrasse Helgeholz), 37 Quadratmeter zur Vereinigung mit der Parzelle 766 in das Eigentum an den Staat Aargau abzutreten. Daraus erfolgt eine Entschädigung von 407 Franken. Der Antrag des Gemeinderates den Vertrag zu unterzeichnen wurde mit zwei Gegenstimmen angenommen.

Beim Thema Gesamtrevision Nutzungsplan Siedlung und Kulturland sorgte vor allem die Leinwand für Aufregung. Der Wind bliess die Projektionsfläche mehrmals um, worauf diese schliesslich entfernt wurde. Die Beueler nahmen die Wetterkapriolen mit viel Humor auf. Weniger Verständnis hatten sie dann bei der Gesamtrevision, dass man beim Verpflichtungskredit nur eine Offerte eingeholt hatte. Ein entsprechender Antrag von Markus Flühmann wurde deutlich angenommen und Betschart versprach, diese zweite Offerte noch einzuholen. Danach kam auch der Antrag durch.

Empfang des Turnvereins

Der Wind hatte inzwischen die dunklen Wolken vertrieben und Betschart appellierte an die Bevölkerung, mit dem Leitungswasser sparsam umzugehen, da in Beinwil zwischendurch bereits Wasser hochgepumpt werden muss. Dafür öffne die Gründeponie nun bereits am Freitag um 13.00 Uhr. Und am Sonntag kommt der Turnverein zurück vom Eidgenössischen Turnfest. Zu diesem Anlass hat Beinwil einen grossen Empfang vorbereitet. Um 15.45 Uhr trifft man sich im Unterdorf bei Franz Christen. Von dort startet der Marsch, mit musikalischer Begleitung, bis zum Schulhausareal, wo es einen Apéro und Würste vom Grill gibt. Ob sich die Beueler bei der nächsten Open-Air-Veranstaltung wieder auf die Prognosen der Wetter-App verlassen werden bleibt abzuwarten.

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