Feurige Klänge und heisse Rhythmen


Abtwil

Am Freitagabend war die Mehrzweckhalle bis auf wenige Plätze voll besetzt. Die Musikgesellschaft Abtwil unter der langjährigen und bewährten Leitung von Hugo Felber lud zum Jahreskonzert ein. Ein Schmaus für Ohren und Seele.

ci. Dem Motto «Brassfire» getreu entflammten die Musiker das Publikum bereits ab dem ersten Trommelwirbel des Eröffnungsstücks «Through the Flames» von Paul Lovatt-Cooper. Dieses mitreissende Stück füllte mit seinen Klängen die Halle. Die geballte Ladung an Leidenschaft für die Brass-Musik wurde von jedem Musiker ans Publikum weitergegeben.

Nach dem ersten Feuerwerk wurde ein eher ruhigeres Stück gespielt. «Baba Yetu» ist Suaehli und heisst übersetzt «Vater unser». Es wurde von Christopher Tin und Chris Kiagiri als Soundtrack eines Computerspiels komponiert und ging in das Guinnessbuch der Rekorde ein als erster Game-Soundtrack, der einen «Grammy» gewann. Wer glaubte, dass nun ein besinnliches Stück gespielt wurde, irrte sich. Die afrikanischen Rhythmen gingen auf die Zuhörer über und ein Gebet wurde so in gekonnt umgesetzter Brassmusik vermittelt. Es folgte «In Pign Regal», übersetzt «ein kleines Geschenk» der Bündner Komponistin Marie Louise Werth und «Rock Music I» von Goff Richards. Die erste Hälfte des Konzertabends beendete die MG-Abtwil mit ihrem für den Musiktag in Möhlin eingeübten Wettbewerbsstück «Fusion». Es wurde von Martin Cordner komponiert und hat seinen Ursprung in der Heilsarmee. Das dreiteilige Stück begann mystisch, gefolgt von einem wunderschönen und feinen Mittelteil und zum Abschluss zeigte es noch einmal die ganze Bandbreite auf, die Brassmusik zu bieten hat. Hugo Felber und seine Musiker zogen mit ihrem Können das Publikum in ihren Bann bis der letzte Ton verstummte.

Eine Überraschung und drei Zugaben

Zum Start in den zweiten Teil des Abends wurde das Publikum mit «Castell Caerffili» zurück ins Feuer gezogen. Dieser typische Brassband Marsch stammt aus der Feder des Englischen Komponisten Thomas J. Powell. Das nachfolgende Stück, speziell komponiert für die Jugendnationalbrassband Grossbritanniens ist geprägt von Tempo und Energie. «Road to Run» von Paul Lovatt-Cooper verlangte den Musikern höchste Konzentration und musikalische Genauigkeit ab. Als Zwischeneinlage wurden die Zuhörer mit zwei Trommelsoli überrascht. Die Perkussions-Genies Adrian Stocker und Silvan Plattner zeigten, was in den Schlagzeugen und ihrem Rhythmusgefühl steckte. Die Halle bebte unter den «Beats» und das Publikum klatschte begeistert mit. Es war der perfekte Auftackt zum AC/DC –Klassiker «Highway to Hell». Mit «Echame la Culpa» was «gib mir die Schuld» bedeutet, endete das offizielle Programm.

Die drei Zugaben konnten nicht unterschiedlicher sein. Auf den «Aargauer Feuerwehrmarsch», ein feuriges Stück von Stefan Jäggi folgte der zirka 40-jährige Klassiker «Jump» der Band Van Halen. Es fehlte wenig, und das Publikum hätte mitgesungen. Zu guter Letzt setzen die Musiker den Schlusspunkt mit einem Stück aus der böhmischen Musikwelt, der «Löffel Polka». Silvan Plattner fungierte als «Löffelbueb» und brillierte so ein zweites Mal solistisch.

Unterhaltung und Danksagungen

Kevin Odermatt führte auf professionelle und gleichzeitig witzige Art und Weise als Ansager durch den Abend. Er wurde von der Präsidentin, Katrin Bischof herzlich verdankt. Ein grosses Dankeschön galt natürlich den zahlreichen Sponsoren, den Helfern vor und hinter den Kulissen und natürlich ihrem Dirigenten. «Ganz herzliche Gratulation zu diesem erfolgreichen Konzert Hugo. Ich danke dir für deinen grossartigen Einsatz» lobte Bischof. Sie wies noch auf die kommenden Aktivitäten wie den Musiktag in Möhlin und die weiteren Auftritte der MG hin. Die genauen Daten können auf der Homepage www.mgabtwil.ch eingesehen werden.

Traditionsgemäss fand nach dem Konzert in der Kafistube und/oder an der Bar dieser feurige Abend seinen Ausklang.