Sie helfen Amphibien über die Strasse


Natur

Josef Moos aus Winterschwil errichtete entlang der Strasse Richtung Isenbergschwil einen Amphibien-Hag. Unterstützt wird er dabei vom Natur- und Vogelschutzverein Oberfreiamt.

pc. Kaum werden die Nächte wieder etwas wärmer, erwachen die Amphibien und machen sich auf zu den Laichgebieten. Sie müssen dabei viele Hindernisse überwinden. Die Strassen sind die grössten Todeszonen. Deshalb errichtet der Natur- und Vogelschutzverein Oberfreiamt NVVO jedes Jahr Amphibienbarrieren entlang der Aettenschwilerstrasse. Neu gibt es in Winterschwil an der Strasse Richtung Isenbergschwil ebenfalls ein solcher Zaun. Gebaut hat sie Josef Moos. «Ich hatte das Gefühl, dass jedes Jahr mehr Froschleichen auf der Strasse lagen und fand, dass man da etwas dagegen unternehmen muss.» Unterstützung fand er beim kantonalen Amt für Landschaft und Gewässer. Moos erhielt Ende Februar das nötige Material, wie etwa Folien und Eisen. «Am Morgen erhielt ich das Material, am Abend habe ich den Hag aufgestellt und am nächsten Morgen konnte ich bereits 40 Amphibien aus den Kübeln sammeln und in den Mühleweiher kippen.» Gut 30 Zentimeter hoch ist der Zaun, in Abständen von etwa 15 Metern sind Kessel in den Boden eingelassen, in die die Frösche, Kröten und Molche in plumpsen. Mittlerweile sind es bereits 1000 Amphibien, die der Tierschützer einsammeln konnte.

Unterstützung vom NVVO

Winterschwils Froschleichen waren an der letzten Generalversammlung des NVVOs, die Mitte Februar in Beinwil stattfand, ebenfalls ein Thema. Vizeammann Franziska Stenico erwähnte als Gemeindevertreterin dabei, man solle sich doch mal darum kümmern. Ursula Hagmann vom NVVO-Kernteam fasste Anfang März den Auftrag, dort mal nachzuschauen. Als sie an der entsprechenden Stelle ankam, sah sie, dass bereits ein Hag gebaut wurde und suchte darauf dessen Erbauer. Seitdem unterstützt sie Josef Moos bei seinem Einsatz für die Tierwelt.

Auch in Sins läuft es gut

Der NVVO errichtet seit 30 Jahren Amphibienbarrieren entlang der Aettenschwilerstrasse und bringt während vier bis acht Wochen bis gegen 1000 Frösche und Molche über die Strasse zum Töniweiher. Dies ist besonders wichtig, da in diesem Gebiet seltene und vom Aussterben bedrohte Kammmolche leben. Ein Mann der ersten Stunde ist Alois Huber. Er war es, der vor acht Jahren zusammen mit Helfern die Barrieren weiter weg von der Strasse errichtete. «Wir stellten fest, dass der noch vereiste Boden entlang der Strasse nicht gut für die Amphibien war.» Huber hofft, dass dereinst nach einer Sanierung der Aettenschwilerstrasse ein dauerhafter Amphibiendurchlass gebaut wird, der nicht mehr ständig betreut werden muss. Beim Kanton sei dies Bereits vorgemerkt. Nebst dem bereits erwähnten Kammmolch werden Gras- und Wasserfrösche, Berg- und Teichmolche gesammelt. Den Bachtal-Weiher lieben die Amphibien übrigens nicht, da darin Fische leben, die die Laichen fressen.

Rückzug weniger dramatisch

Amphibien ziehen sich nach der Eiablage im Wasser wieder zurück in ihre Heimat. Die Querung der Strassen sei aber laut Huber beim Rückzug viel weniger dramatisch. «Sie sind beim Hinzug noch sehr träge und langsam. Beim Retourweg sind sie flinker.» Zudem habe man Steighilfen auf den Barrieren montiert und diese so gestaltet, dass sie einfach überklettert werden können.