Senioren helfen in Schulklassen mit

Oberfreiamt

Seit über 15 Jahren vermittelt die Pro Senectute rüstige Senioren an Schulklassen. Das generationen­übergreifende Angebot wird in Merenschwand und Hünenberg erfolgreich geführt. Auch Dietwil möchte das, fand aber bisher keine interessierten Senioren.

rah. Seit dem Schuljahr 2013/2014 arbeiten im Hünenberger Schulhaus «Rony» Seniorinnen und Senioren freiwillig in Klassen mit. Sie unterstützen während dem Französischunterricht, helfen im Fach «Technisches, Textiles Gestalten» oder sind im allgemeinen Unterricht behilflich. Für den Prorektor und Schulleiter vom Schulhaus Rony, Urs Aregger, eine Win-Win Situation. «Von diesem Projekt profitieren die Lehrkräfte, die Kinder und auch die Senioren», freut er sich.

Lehrkraft möchte Senior nicht missen

Einer dieser Pensionäre ist Max Imholz. In der Klasse von Lolo Frei ist er jeden Montagvormittag für zwei Stunden. «Die Zeiten und den Tag haben wir zusammen abgemacht», erklärt der 69-Jährige. Seit zwei Jahren hilft er mit und würde es jederzeit wieder tun. Seine Aufgabe ist es, die Schüler dort zu unterstützen, wo sie Hilfe brauchen. Manchmal nimmt er sich die Zeit, einem Schüler einzeln noch einmal die Aufgabe zu erklären. «Diese wertvolle Zeit kann sich eine Klassenlehrperson nicht immer nehmen. Für das Kind kann es aber sehr hilfreich sein, wenn ihm jemand die Sachen noch einmal verdeutlichen kann», so Imholz. Lolo Frei, die Lehrperson der Klasse 1d/2d ist ebenfalls begeistert von diesem Projekt und ihrem Senior. «Ich würde ihn nicht mehr hergeben», sagt sie. Mit seiner lieben und ruhigen Art habe Imholz schnell das Herz der Kinder erobert. Auch für die Unterstützung ist sie froh. «Wenn er da ist, kann ich in Gruppen arbeiten. Das wäre ohne ihn teilweise nicht möglich.» Imholz versteht sich aber nicht als Lehrperson, sondern als unterstützende Kraft. «Der Chef ist Lolo», sagt er bestimmt. Für ihn ist auch wichtig zu merken, wann er sich zurückziehen muss. «Wenn die Kinder die Aufgaben selbstständig erledigen können, muss ich nicht als helfende Hand dastehen. Die Kinder sollen so weit wie möglich selbstständig arbeiten können», erklärte er.

Manche Lehrer sind abgeneigt

Auch in Merenschwand hat man das generationendurchmischte Projekt eingeführt. Verantwortlich dafür ist die Heilpädagogin der Schule Merenschwand, Barbara Furrer: «Ich finde es einfach herrlich. Es gibt Unterstützung für den Lehrer, es ist für die Senioren schön mit Kindern zu arbeiten und die Kinder lieben es.» Aktuell hat ein Senior an der Schule Benzenschwil aufgehört. Deshalb hat sie vor Kurzem ein Inserat geschaltet und drei Bewerbungen bekommen. Aufgrund dessen fragte sie bei den Lehrern nach, ob jemand ebenfalls Interesse hätte, mit einem Senior zu arbeiten. «Aber das Problem ist, dass heutzutage so viele engagierte Personen, wie Heilpädagogen, DAZ Lehrkräfte Assistenzen etc. in einem Klassenzimmer sind. Das wird einigen Lehrern zu viel», sagt Furrer. Dazu komme, dass der Wunsch da sein müsse, um mit älteren Leuten zusammenzuarbeiten. «Diejenigen, die aber mit einem Senior zusammenarbeiten, sind durch und durch begeistert», erklärt sie.

Dietwil findet keine Senioren

Auch die Schule Dietwil möchte das Projekt «Generationen im Klassenzimmer» einführen. Zusammen mit der ProSenectute haben sie vor einem Jahr einen Infoabend veranstaltet. Dafür haben sie vorgängig bei verschiedenen Vereinen, wie dem Seniorenturnen, Flyer verteilt. «Aufgrund dessen hatten wir Teilnehmer an der Infoveranstaltung, aber leider danach keine Anmeldungen», erklärt der Dietwiler Schulleiter, Reto Tschupp. Er geht davon aus, dass bei den Pensionären zwei grössere Ängste mitspielten: «Einerseits hat es vielleicht abgeschreckt, dass man regelmässig die Klassen besuchen müsste und das Zweite ist, dass man vielleicht nicht in eine Schulklasse möchte, wo Verwandte oder Bekannte sind. Und das ist schwierig in einem kleinen Dorf», so Tschupp. Begraben hat die Schule Dietwil das Projekt aber noch nicht. «Wir werden bestimmt einen neuen Anlauf nehmen», so der Schulleiter. Dieser könnte bereits auf das nächste Schuljahr oder auf das zweite Semester vom nächsten Schuljahr geschehen.