Die neue Dirigentin ist in der Beiz mit dabei


Beinwil

Ein fast schon zwei-Abende-füllendes Programm wurde den Gästen vergangenen Samstag in der Turnhalle Beinwil geboten: Gesang von jung und ein bisschen älter, Schauspiel, anschliessender Festbetrieb und alles begleitet von einer vielfältigen Gastwirtschaft.

pvi. Die jüngste Generation machte den Einstieg in den Abend: Bunt verkleidet präsentierten die «Notenschlüssel Kids» ihre vorbereiteten Lieder, welche mit verschiedenen Theatereinlagen untermauert wurden. Die Schauspiel- und auch die Gesangseinsätze bedurften teilweise gar keinem, teilweise einem grösseren subtilen Wink der beiden Leiterinnen Debora Grobler und Jessica Steiner.

Der Männerchor

Das Motto des diesjährigen Konzerts war «Frauen». Als erstes Stück präsentierte der Männerchor «Nette Begegnung», eine witzige Vertonung eines Zusammentreffens, in der beide Personen nicht so genau wissen, was sagen und schön alle üblichen Smalltalkfragen abklappern. Beim Stück «Küssen verboten» schickten die Männer mit verschmitztem Lächeln immer mal wieder Küsse in die Menge. Das Lied «Frauen sind anders» sprach anscheinend vielen Personen im Publikum aus der Seele: Die Männer im Publikum nickten immer mal wieder zustimmend und die Frauen fühlten sich besonders von der Textpassage «Was sie [die Frauen] sagen ist immer wahr» angesprochen.

Die neue Dirigentin hält die Männer in Schwung

«Sie kam, sah und überzeugte» - das sagte Josef Brunner über die neue Dirigentin Julia Frischknecht, welche seit dem Frühjahr den Männerchor Beinwil leitet. Der Männerchor Beinwil ist der erste Chor, welchen Frischknecht leitet. Die junge Freiämterin ist ein richtiggehendes Energiebündel und steckt damit auch ihre Männer an, welche schwungvoll und voller Elan auf der Bühne standen und ihre Freude am Singen zeigten. Um auch die Männer im Publikum zu animieren, im Männerchor mitzusingen, wurde dieses Mal eine besondere Taktik angewandt: Wenn man(n) sich am Flipchart für die Schnupperprobe einschrieb, wurden einem zwei Gratisgetränke offeriert.

Horizonterweiterung für alle

«Eine Herausforderung ist sicherlich, die Proben so zu gestalten, dass alle motiviert bleiben – inklusive mir – und einen Trott zu finden, welcher für alle passt», so Frischknecht. Ein grosser Pluspunkt der jungen Frau ist, dass sie praktisch immer nach der Probe mit in die Beiz geht. «Ich glaube, das ist für alle horizonterweiternd», meinte die selbstbewusste Frau schmunzelnd. «Seit ich hier bin, habe ich beispielsweise schon sehr viel über Landwirtschaft gelernt».

Das Theater

Das auf das Konzert folgende Theaterstück «Pantoffuheudä» handelte von drei Ehemännern, welche von ihren cholerischen Frauen unterdrückt werden: Sie müssen den ganzen Haushalt schmeissen, dazu noch Geld einbringen und den Frauen aufs Wort gehorchen. Ihre einzige Auszeit finden die drei Männer in der «Grotte», einer Bar, in welcher sie gerne mit der hübschen Barfrau Carmen flirten. Als diese dann jedoch plötzlich vor Willi Hubers Tür steht und vorübergehend bei ihm wohnen möchte, kommt dieser ins Stottern: Denn er hat Carmen gar nicht erzählt, dass er verheiratet ist…

Ein aufwühlendes Stück

Das Stück liess hoffen, dass es nur im Theater so zu und her geht und dass die Unterschiede der Geschlechter nur auf der Bühne noch so gelebt werden. Die drei Schauspielerinnen der herrschsüchtigen Ehefrauen vermochten ihre Charaktere so gut umzusetzen, dass man eine richtiggehende Abneigung gegen sie im Verlauf des Stückes entwickelte. Auch die Schauspieler der unterworfenen Männer überzeugten in ihrer Rolle: Man wollte sie schütteln und ihnen sagen, dass sie sich endlich mal an der Nase nehmen und mit ihren Frauen ordentlich und offen kommunizieren sollen. Der Schluss des Stücks stimmte dann doch versöhnlicher: Die beiden Geschlechter näherten sich einander wieder an und merkten, dass es miteinander doch besser geht als gegeneinander.