Bösch schafft den «Cabdouble 900»


Alikon

Lia-Mara Bösch gehört zu den hoffnungsvollsten Schweizer Snowboarderinnen in der Kategorie «Slope Style» und «Big Air». Erst kürzlich zeigte sie einen Sprung, der vor ihr noch keiner Schweizerin gelang.

rah. Die 24-jährige Lia-Mara Bösch aus Alikon gehört, zusammen mit drei anderen Frauen, zum Schweizer Snowboard-Nationalteam. Das Snowboardfahren sei ihr Beruf. Reich wird sie dabei nicht. Die Reisen an die Weltcup-Wettkämpfe muss sie selber bezahlen. «Die Unterkünfte werden aber vom Verband übernommen», erklärt sie. Mit dem Team reisen bei Grossanlässen, wie Weltmeisterschaften, auch immer Ärzte und Physiotherapeuten mit. Diese braucht es, da die Fahrer sehr risikoreiche Sprünge ausführen und es oft zu Verletzungen kommt. «Die Sprungweite bei einer Big-Air Schanze beträgt zwischen 18 und 27 Meter», sagt Bösch. Um eine gute Wertung zu bekommen, sind saubere und waghalsige Sprünge nötig.

Wie zum Beispiel der «Cabdouble 900»

Dabei macht Bösch einen zweifachen Rückwärts-Salto mit einer halben Schraube. Am 18. Oktober ist ihr mit diesem Sprung eine Sensation gelungen. Als erste Schweizer Frau hat sie diesen im Training in Saas-Fee gestanden.

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten

An diesem Wochenende steht Bösch an den Weltcup-Wettkämpfen in Modena am Start. Ob sie den «Cabdouble 900» zeigt, weiss sie noch nicht. «Vor den Wettkämpfen haben wir rund drei Stunden Zeit, die Schanze zu testen», sagt sie. «Meistens fährt man ein, macht ein paar leichte Sprünge und steigert sich dann. Ob die Zeit reicht, den «Cabdouble 900» zu üben, muss ich vor Ort entscheiden.» Ihr ist ein sauberer, aber leichterer Sprung wichtiger, als ein Waghalsiger der nicht klappt. «Die Gesundheit steht sowieso an oberster Stelle», gesteht sie. Bösch weiss, wovon sie spricht. In den letzten Jahren zog sie sich schon einen zweifachen Bänderriss in der Schulter, einen zweifachen Bänderriss im Fuss und sechs Hirnerschütterungen zu. Dies ist auch für ihre Mutter nicht einfach auszuhalten. «Keine Nachrichten sind meistens gute Nachrichten», sagt Marlene Bösch. Sie weiss, dass ihre Tochter eine risikoreiche Sportart ausübt, trotzdem möchte sie ihr nicht im Weg stehen. «Das ist Lia-Maras Weg. Sie war schon immer mutig und wollte die Beste sein. Wenn sie damit glücklich ist, akzeptiere ich das und denke einfach nicht zu viel darüber nach.»

Mehr dazu in der Printausgabe.