Neues „Imkerschulhaus“ ist auf Kurs


Mühlau

Die Bienenzüchtervereine Oberfreiamt und Muri und Umgebung möchten einen neuen Lehrbienenstand, um angehende Imker besser schulen zu können. Dafür brauchen sie finanzielle Unterstützung.

pc. „Den Bienen im Freiamt geht es sehr gut“, sagt Bruno Heggli, Präsident der Murianer Bienenzüchter. „Dies vor allem, da unsere Imker gut ausgebildet sind“. Dies soll so bleiben. Ausgebildete Freiämter Bienenzüchter setzen sich dafür ein, auch künftigen Imkern eine optimale Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen. Das machen sie in Mühlau im kleinen «Imkerschulhaus» – in der Imkersprache ein Lehrbienenstand. Dieses Häuschen aus dem Jahr 1992 platzt jedoch aus allen Nähten und ist nicht mehr zeitgemäss eingerichtet. Deshalb ist ein neuer Lehrbienenstand dringend nötig. Darum wenden sich die beiden Vereine an die Bevölkerung und stellen das Projekt „Lehrbienenstand Freiamt“ an verschiedenen Standorten im Oberfreiamt vor. Der wichtigste davon ist der Tag der offenen Tür am Sonntag, 7. Oktober, bei der Belegstation Möösli in Mühlau (siehe Kasten).

Gute Ausbildung nötig

Würde man für ein hiesiges Bienenvolk nicht sorgen, würde es in drei Jahren nicht mehr existieren – Stichwort Varroamilben. Es gibt aber noch andere Gefahren und Probleme, wie etwa neue Schädlinge. Deshalb ist eine gute Ausbildung und Betreuung der Imker enorm wichtig. Pro Jahr werden rund 10 Imker ausgebildet. Der neue Lehrbienenstand bietet künftig Platz für 20 Anwärter. «Mir brachte die Ausbildung sehr viel. Die praktischen Arbeiten während dem Kurs konnte ich zu Hause umsetzen. Auch die fortlaufende Unterstützung der Kursleiter schätze ich sehr», so Patricia Honegger aus Belikon. Auch Marc Müller von Oberwil-Lieli ist vom Kurs begeistert: «Zuvor nicht so ernst genommene Probleme erkannten wir im Laufe der Ausbildung. Die Tipps der Profis schätze ich sehr.»

Dafür braucht es Geld

Der neue Lehrbienenstand kostet 185’000 Franken. 67'000 Franken sind bereits zusammen. Ein Teilbetrag soll Swisslos besteuern. Jetzt steht einerseits ein Crowdfunding-Projekt an (www.lokalhelden.ch/lehrbienenstand-freiamt), andererseits kann das Projekt direkt unterstützt werden. Für die Barspenden gibt es jeweils entsprechende Gegenleistungen – vom Zertifikat bis zur Patenschaft eines Bienenvolkes. Deshalb gehen die Imker jetzt auf Tour.

Die Baubewilligung besteht seit einem Jahr. Sobald die Finanzierung gesichert ist, wird im Frühling gebaut. Im September wird die Einweihung gefeiert.

Freiämter Bienen

Eine Biene lebt im Sommer nur etwa 30 Tage, über den Winter rund 7 Monate (da sie dann viel weniger arbeiten muss). Eine Königin lebt 3 bis 4 Jahre. Im Freiamt gibt es rund 2000 Völker und rund 130 Imker. Ein Volk ist in einem Radius von zirka 3 Kilometer aktiv, hauptsächlich im Umkreis von 300 Metern. «Zurzeit haben wir praktisch keine Krankheiten im Oberfreiamt, den Bienen geht es wirklich gut», freut sich Bruno Heggli, Präsident der Murianer Bienenzüchter. Ein Grund dafür sei möglicherweise die gute Ausbildung und der

Tag der offenen Tür

Sonntag, 7.Oktober, 9 bis ca. 15 Uhr, in Mühlau

Belegstation Möösli (Richtung Schoren Sunnmatt)

Am Tag der offenen Tür zeigen die Imker der Bevölkerung ihr Handwerk. Dazu gehören die Varroabekämpfung, die Königinnenzucht, sowie die Wachsverarbeitung. Es gibt kleine Vorträge, Grill, Getränke und vieles mehr.

Weitere Stationen der Info-Tour

Samstag, 13.Oktober, Info-Tour Landi Sins

Samstag, 20.Oktober, Info Tour-Landi Muri

Zusätzliche Infos und die Termine weiterer Präsentationsanlässe gibt es unter: lehrbienenstand-freiamt.ch.

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