Jodeln: Eine urtypische Schweizer Tradition


Kultur:

Der 1. August steht vor der Tür. Die Vorbereitungen auf den Nationalfeiertag laufen auf Hochtouren. Vielerorts gibt es öffentliche Anlässe, privat feiert Herr und Frau Schweizer gerne mit Feuerwerk, in den Bergen werden Höhenfeuer entfacht. Bräuche und Heimatgefühle werden gepflegt.

ci. Ein traditioneller und urtypischer Schweizer Brauch ist das Jodeln. Der «Juuz» von Berg zu Berg als Kommunikation bildet seinen Ursprung. Hier in unserem Gemeindegebiet sind gleich zwei verdiente Jodlerinnen zu Hause und glänzten am vergangenen Zentralschweizerischen Jodlerfest in Schötz. Pia Bussmann und Trudy Strebel jodeln seit Jahren mit grossem Können. Sie bestritten schon viele Wettbewerbe an den Jodlerfesten.

Pia Bussmann

Die gebürtige Ingenbohlerin lebt seit 1994 in Fenkrieden. Ihr erstes Jodlerfest besuchte sie 1991. Seit 27 Jahren gehören diese Folklore und das Singen vor Publikum zu ihrem Leben. «Wenn ich alle meine Auftritte zählen würde – als Solistin, im Duett oder Terzett oder als Clubmitglied - wäre ich wohl nahe bei der Zahl 100». Seit 2010 singt ihr Sohn Peter und seit 2017 auch ihr Sohn Martin mit. Sie hat ihre Passion den Söhnen weitergegeben.

Die spezielle Liebe zur Natur und zur Bergwelt lebt sie nicht nur mit der Traditionsmusik. Sie verbringt seit Jahren die Monate Februar und März sowie Juli bis September im Wallis wo sie als Hüttenwartin auf 2394 Meter ü.M. lebt und wirtet und für kurze Zeit so der Hektik des Tals entflieht.

Trudy Strebel

Jodeln wurde auch ihr in die Wiege gelegt. «Daheim wurde keine andere als volkstümliche Musik gespielt. Ich wusste als Kind lange nicht, dass es noch andere Musik gab. Wir haben da einfach mitgesungen», so Strebel. 1994 besuchte sie den ersten Jodelkurs des Zentralschweizerischen Jodelverbandes. Da begann ihre Passion für das Jodeln, in Strebels Worten: «da heds mir de Ärmel so richtig inegno».

Bereits ein Jahr später bestritt sie ihren ersten «Wettkampf» im Einzel. Vom Bruder begleitet auf dem «Schwyzerörgeli» stand sie ganz alleine auf der Bühne vor einer vollen Halle und den drei Juroren – eine Mutprobe sondergleichen. Seither sind die Jodlerfeste fixer Bestandteil ihres Lebens. Die ständige Wertung «sehr gut» spiegelt ihre grosse Begabung.