Düstere Aussichten für den Verband


Sins:

Schwindende Mitgliederzahlen und abnehmende Finanzen machen den Samaritern zu schaffen. Erkenntnisse von der Delegiertenversammlung des Kantonalverbandes Aargauer Samaritervereine.

ew. Marco Meier vertrat als Gemeinderat die Gastgebergemeinde und hielt eine kurze Geschichtslektion über Sins. Schon früher wären Samariter nötig gewesen, bei den blutigen Schlachten der Vergangenheit. Ganz so blutig geht es zum Glück zurzeit nicht zu und her, vor allem nicht bei der 96. Delegiertenversammlung in der Mehrzweckhalle Ammannsmatt.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto: «Brücken.» Brücken als Symbol für die Überwindung von Hindernissen oder für Verbindungen. Zum Beispiel die Verbindung zum Nachbarkanton. «Als Samariterverein im oberen Freiamt, an der Kantonsgrenze zu Zug, erleben wir immer wieder, wie wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden ist», sagte Franz Mettler, der Präsident vom Samariterverein Sins.

Viele aktive Frauen

Bernhard Scholl, Grossratspräsident, gefiel noch eine andere Tatsache: «Ich bin an über 100 Anlässen pro Jahr, aber nirgends gibt es so viele aktive Frauen wie hier.» Weiter lobte er den Milizgedanken der Samariter.

Nach dem Jahresbericht von Adrian Bertschi, Vizepräsident des Kantonalvorstandes der Samariter, schritt der Kassier Roland Lütolf zum Rednerpult und erklärte die Jahresrechnung. Mit dem Appell an die anwesenden Samaritervereine: «Führen sie mehr Kurse durch!» Das sei wichtig, um den sinkenden Einnahmen entgegenzuwirken. Immerhin konnte das budgetierte Minus mit ausserordentlichen Einnahmen in ein Plus von 214 Franken umgewandelt werden.

Düstere Prognosen

Für das nächste Jahr sehen die Prognosen indes noch düsterer aus. Für das Rahmenbudget rechnet der Aargauer Kantonalvorstand mit einem Minus von 9'740 Franken. Noch besorgniserregender sieht die Lage beim Schweizerischen Samariterbund (SSB) aus. Dieter Göldi, Quästor vom SSB, sprach von einem strukturellen Defizit von bis zu einer Million Franken. Trotzdem sei das Ziel weiterhin die Dienstleistungen aufrecht zu erhalten.

Mehr Erfreuliches gab es beim Traktandum Wahlen. Die Mitglieder des Kantonalvorstandes wurden in globo wiedergewählt. Mit Ausnahme von Edy Huser und Doris Künzle, die zurücktraten. Neu dazu kam Monica Rubin von Herznach. Sie übernimmt das Ressort der Jugendarbeit. Auch der Präsident Herbert Konrad wurde einstimmig für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Konrad amtet seit 2012 als Präsident und ist seit zehn Jahren im Vorstand. Und anlässlich der Versammlung wurde er zum Ehrenmitglied des Kantonalverbandes ernannt.