Eine Familie in grossen Turbulenzen


Auw:

Mit dem «Früehräntner» bringt die Theatergruppe Auw einen deftigen Schwank auf die Bühne, der Schmunzeln und Lachen lässt und der von einem sehr guten Ensemble äusserst präzise gespielt und gesprochen wird.

rico. Die Geschichte dreht sich um Alfons König (Marco Villiger), einen Beamten, der mit allen möglichen Krankheiten seine vorzeitige Pensionierung erzwingen möchte. Seine «Leidenszeit» verbringt er auf der Couch in seiner guten Stube. Seine laufend Geschenke bringende Mutter Julia (Claudia Burkart), die sich als Kleptomanin outet, durchschaut ihn aber von Anfang an. König muss damit rechnen, dass bei ihm jederzeit eine Krankheitskontrolle durchgeführt werden kann. Als ihn unerwartet seine heimliche Freundin zu einem Schäferstündchen einlädt, kommt ihm der Besuch seines Kollegen Karl Pankraz (Ludwig Stecher) gerade recht. Er überredet ihn, stellvertretend für ihn den verwaisten Couch zu hüten und den Kranken zu spielen.

Verwechslungen noch und noch

Die Turbulenzen im Hause König nehmen nun ihren Lauf. Die Tochter (Rahel Wenger) erkennt den vermeintlichen, schnarchenden Vater unter der Decke ebenso wenig wie das Strassenmädchen Kiki (Martina Conrad), Ex-Freundin von Königs Sohn Felix (Pascal von Flüe), das Karl Pankraz in eine verführerische Situation bringt. Als nächste kommt die Kontrollärztin Dr. Wiegats (Claudia Villiger) und möchte König untersuchen. Pankraz muss auch für das herhalten und bringt mit köstlichen Textpassagen das Publikum zu Lachen.

Als auch noch Königs Frau Helga (Conny Stecher) früher als geplant nach Hause kommt, ist die Verwirrung komplett. Trotzdem bahnt sich beinahe ein Tête-à-Tête zwischen Helga und Karl an. Treffenderweise erscheint nun Alfons König wieder auf der Bühne. Eifersüchteleien und Widersprüche vorprogrammiert.

Als die Ärztin Helga, Alfons Frau, über den Gesundheitszustand ihres Mannes aufklärt, schlägt die bisherige Gleichgültigkeit in echte Besorgnis um. Die Kleptomanie der Grossmutter, ihre lausigen Geschenke, die nicht bezahlt sind, bilden weiteren Gesprächsstoff. Da helfen nur radikale Methoden. Die prognostizierte Krankheit von Alfons, die eigentlich gar nicht seine ist, sondern die von Freund Pankraz entwirren das Durcheinander nur wenig. Wie wird es der Familie gelingen, Julia König von den «Einkaufstouren» abzuhalten, wie wird Freund Pankraz mit seiner Krankheitsdiagnose umgehen? All das wird im Laufe des Theaters aufgelöst. Und wie es bei einem Schwank so ist, schlussendlich endet alles in grosser Minne. Sogar der Beamte Stiefel (Franz Troxler), der eigentlich Kontolleur ist findet sein Glück bei Judy.

Wechsel in der Regie

Nach neunzehn erfolgreichen Theaterinszenierungen hat sich die äusserst engagierte Regisseurin der Theatergruppe Auw, Hanna Gehrig, zu einer künstlerischen Pause entschlossen. Ihr gehört ein ganz grosses Dankeschön. Aus den Reihen der Theatergruppe stellten sich Rosmarie Renggli und Brigitte Favre, zwei erfahrene Spielerinnen zur Verfügung. In etwas mehr als tausend Probestunden in über vierzig Proben führten sie das engagierte Bühnenteam an die Aufgabe der Inszenierung heran. Man darf ruhig sagen, dass ihnen das als «Premiere» sehr gut gelungen ist.

Die Bühnenbauer sind auch dieses Jahr Christian Arnet, Sepp Sidler und José Favre. Die Aufgabe für Garderobe und Kostüme teilen sich Gertrud Leu und Gabi Leu, als Souffleusen sind Maya Baumann und Michèle Rippmannn im Einsatz, die Technik liegt in den Händen von Christian Baumann.

Weitere Vorstellungen

«De Früehräntner» kann noch vier Mal besucht werden. Am Samstag, 25. November, um 20 Uhr, am Sonntag, 26. November, um 14 Uhr sowie am Donnerstag, 30. November und am Samstag, 2. Dezember, je um 20 Uhr.

Reservationen können Sie tätigen unter www.theaterauw.ch oder Telefon 079 615 74 35, Montag bis Freitag, 18 bis 19.30 Uhr. Die Küche ist jeweils offen ab 19 Uhr und nach der Aufführung (Sonntag nach der Aufführung). Theaterstübli im Untergeschoss. Tombola mit vielen tollen Preisen.

Alle weiteren Informationen erhalten Sie über die Homepage der Theatergruppe: www.theaterauw.ch