Bänz Friedli: "Ich bin ein Landei"


Sins:

Nach den legendären Blues-, Rock- und Reggae-Nights gab es mit der sechsten und letzten Ausgabe der Seiser Kurve-Feierlichkeiten in diesem Jahr Comedy vom Feinsten. Kein geringerer als Bänz Friedli war Gast und verblüffte das in Scharen gekommene Publikum.

pvo. Eigentlich kennt er das Freiamt nicht, schon gar nicht Sins. Und doch wirkte er mehr als nur heimisch, als er am letzten Donnerstag auf der Bühne des Einhornsaals stand - Als wäre er einer von uns. Er sprach aus der Seele der Freiämter: Weder interessiere uns Aarau, noch könne man uns mit Zug und Luzern unter eine Decke stecken. Wenige Momente später leckte er auch gleich in die schon fast in Vergessenheit geratenen Sinser Wunden. Gemeint war die „Architektonische Perle“ am Einhorn-Kreisel: den Sinser "Cherne". Aber auch vom Steuerdrama, welches vor einem Jahr seinen Anfang nahm und teils tiefe Risse in unser Freiämter Demokratieverständnis ritzte. „Wir möchten wohl lieber eine Steuerinsel bleiben“, rief der Autor und Kabarettist den begeisterten Besuchern zu.

Auch über unsere Gemeinderäte recherchierte Friedli zu meinem Erstaunen. Den „Wannen-Sorri“ (mit Anspielung auf die Adresse unseres Gemeindeammanns) sprach er an. Oder dass im Freiamt die „moderne“ Namensgebung mit zwei Namen (Yonne Notter-Hertlein) auch schon Einzug gehalten habe, witzelte Friedli. Frisch, witzig, weder politisch links noch rechts und doch nicht unter der Gürtellinie, aber immer nah beim Publikum; Das ist das Erfolgsrezept von Bänz Friedli. Er war die ideale Besetzung des Comedy-Anlasses zum Abschluss der Feierlichkeiten der Seiser Kurve im Sinser Kulturhaus.