Alikonerin half Kinder in Kolumbien


Alikon:

Anita Hurschler aus Sins verbrachte die letzten vier Monate in einem Hilfswerk in Kolumbien. Vormittags half sie bei einem Ernährungsprogramm mit, jeweils am Nachmittag widmete sie ihre Zeit einem Pflanzenprojekt.

rah. Die 23-jährige Wirtschaftsstudentin hörte anfangs Jahr das erste Mal vom Hilfswerk «Roter Tropfen.» Sie begann sich mit den verschiedenen Projekten auseinander zu setzen und nahm mit den Verantwortlichen Kontakt auf. Schon bald war für sie klar, dass sie nach Kolumbien und dort vor Ort mithelfen möchte.

Unvorstellbare Armut

«Die Armut in dem Gebiet La Crangrejera, wo der Mittagstisch betrieben wird, ist enorm», erklärt Hurschler. Sie war entsetzt über den extremen Gegensatz von arm und reich. «Man erwartet gar nicht, dass wenn die Strasse aufhört, noch ein Quartier kommt, in dem Menschen leben.» Damit sich die Leute dort selber ernähren können, führte das Hilfswerk Anfang Jahr ein neues Projekt ein. «Wir stellten 25 Familien ein Gartenbeet auf, in dem sie Zwiebeln, Bohnen, Tomaten, Chilli und Meerrettich anbauen konnten.» Doch mit dem Beet aufstellen war es nicht getan. «Die Leute sind sehr ungeduldig und sehen den Sinn nicht, wenn sie nicht innerhalb von kurzer Zeit ein Resultat sehen», so Hurschler. Deshalb waren sie bemüht, täglich bei den Familien vorbeizuschauen und das Gemüse zu begutachten. «Wir mussten ihnen immer wieder sagen, wie wichtig es ist, die Pflanzen zu wässern und die Tiere davon fern haltenzuhalten.» So kam es, dass am Ende des Projektes acht Familien ausschieden, weil sie die Beete zerstörten oder die Stauden verfaulen liessen. «Aber wir hatten auch Familien, die das sehr gut machten und motiviert waren.» Leider war das Projekt nach sechs Monaten beendet und es fehlte an Geld, dieses weiterzuführen.

Ohne Spendengelder geht gar nichts

Für Hurschler steht fest, dass sie nach Barranquilla zurück kehren möchte. «Wann und für wie lange weiss ich jetzt noch nicht.» Aber sie möchte das Pflanzenprojekt nochmals aufgleisen. Dafür will sie in den kommenden Monaten Spendengelder auftreiben. «Ich möchte das Projekt während zwei Jahren durchführen, dafür benötige ich achttausend Franken.» Mehr zum Hilfswerk "Roter Tropfen" gibt es unter www.rotertropfen.ch.

Mehr zu Anita Hurschler gibt es in der aktuellen Printausgabe.