Sinser schafft es ans Filmfestival Venedig


Sins:

Der Kurzfilm „RUAH“, bei dem Fabian Villiger aus Sins nicht nur eine der Hauptrollen spielt, sondern auch massgeblich an der Produktion beteiligt war, darf am Filmfestival Venedig Weltpremiere feiern.

pc. „Wir schrien alle vor Glück“, erinnert sich Fabian Villiger. Er weilte mit Flurin und Silvan Giger auf Mallorca in den Ferien, als sie von der guten Nachricht per E-Mail erfuhren. „Natürlich feierten wir am Abend und hoben das Glas.“ Seitdem hat der Sinser jeden Morgen beim Aufwachen ein Strahlen im Gesicht. „Wir konnten mit kleinsten Mitteln etwas richtig Grosses produzieren und werden nun dafür als einziger Schweizer Film mit Venedig belohnt“, freut sich der 23-Jährige. Das Filmfestival in Venedig findet vom 30. August bis 10. September statt.

Ein Traum wird wahr

Es sei nicht einfach zu sagen, was diese Zusage für die Crew und auch für Fabian Villiger selber bedeutet. „Es ist unser erstes Projekt. Wir sagten immer, es wäre hammermässig, wenn der Film an einem grossen Festival gezeigt wird.“ Der Traum wurde wahr. Dass ihm jetzt der Rote Teppich nach Hollywood ausgelegt wird, glaubt der Sinser zwar nicht, doch sei es definitiv eine super Referenz.

Villiger spielt eine der Hauptrollen. Doch nicht nur: Zusammen mit Flurin und Silvan Giger war er massgeblich bei Produktion beteiligt. „Wir sind ein junges Dreierteam und machten alles selber, vom Dreh bis zur Sponsorensuche.“ Flurin Giger übernahm die Regie, sein Bruder die Kamera. „Silvan ist eigentlich kein Kameramann, er fotografiert viel und ist momentan in einer Grafikausbildung“, erklärt Villiger. Er selber machte eine dreijährige Ausbildung in „Theater und Film“ an der European Film Actor School (EFAS) in Zürich (der „Anzeiger“ berichtete bereits in der Ausgabe 2016/10 über Fabian Villiger).

Gründe für die Zusage

„Wenn man den Film schaut, sieht man nicht, dass wir so wenig Budget gehabt haben“, strahlt Villiger. Dies sei bestimmt einer der Gründe, weshalb die Jury den Film ausgewählt hat. „Zudem spielen die vier Geschichten im Kurzfilm im Schnee und es wird Schweizerdeutsch gesprochen, was sich von anderen Filmen vielleicht etwas abhebt.“ Gedreht wurde in Seewis im Prättigau. Für das Festival werden jährlich rund 4000 Filme eingereicht. Nur ein paar wenige schaffen es ins Programm des Festivals. An welchem Tag der Film gezeigt wird, weiss die Filmcrew noch nicht. „Doch sobald das Datum klar ist, werden wir den Flug buchen und dann alle nach Venedig reisen.“ Villiger hofft, dass auch ein paar Kollegen mitkommen werden.

Schub für die Karriere

Für Venedig wird die Filmcrew von der Stiftung SwissFilms unterstützt. Der Film wird auch noch an anderen Festivals gezeigt werden – wo, ist noch geheim. „Es wird bestimmt einfacher, mit so einer Referenz bei der nächsten Produktion auf Sponsorensuche zu gehen“, so Villiger zu den Vorteilen der Venedig-Zusage. Ein weiterer Kurzfilm ist bereits geplant und dann sei es schon bald einmal Zeit für die Produktion eines längeren Spielfilms. Zurzeit ist Fabian nur noch für den Film im Einsatz. Es gibt noch viel zu tun: Poster müssen hergestellt, die Webseite gefüttert oder Trailer hergestellt werden, um nur ein paar Dinge zu erwähnen. Wie es mit der Karriere des Sinsers weitergeht, weiss er noch nicht. „Ich lasse es auf mich zukommen und gebe weiterhin Vollgas.“