Besucher erlebten Wald hautnah

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Waldtag Sins

Wald kommunal +, die Forstunternehmung Ehrler und die Wiss AG luden in Zusammenarbeit mit den Waldgerechtigkeiten Sins die Bevölkerung zum Sinser Waldtag ein.

pc- Der Wald liefert Holz, ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere und dient dem Mensch als Erholungsraum. Der freie Zutritt ist gesetzlich garantiert. Forstfachleute, Jäger und Waldeigentümer sorgen dafür, dass der Wald in einem stabilen Zustand bleibt. Dies zeigten die Zuständigen beim Sinser Waldtag am letzten Samstag den Besuchern auf eindrückliche Art und Weise.

Führungen und Demonstrationen

An sechs Posten erfuhren die Gäste, was im Sinser Wald alles vor sich geht. Sie wissen nun, was die Aufgaben der Förster sind, wie Holz abgebaut wird und was daraus entsteht. Nicht zuletzt zeigten Jäger, welche Tiere wann abgeschossen werden. Auch ein Vollernter war beim Einsatz zu bestaunen. Ein Grosshacker wie auch Kletterer der Sicherheitsholzerei zeigten ihren Alltag. Nebst einigen Mückenstichen nahmen die Besucher viele Eindrücke und tolle Erlebnisse mit nach Hause.

Wem gehört denn dieser Wald?

Die Hälfte der 700 Hektaren Wald gehören den Gerechtigkeiten Reussegg, Meienberg, Alikon, Aettenschwil, Fenkrieden und Sins. Kürzlich mussten diese Gerechtigkeiten - die seit Urzeiten bestehen - ihre Form ändern. Nun sind sie in Eigentümergemeinschaften organisiert. Die anderen rund 350 Hektaren des Forstreviers teilen sich etwa 350 Privatwaldbesitzer.

Lohnt es sich, einen Wald zu besitzen?

"Immer", schmunzelt Revierförster Stefan Staubli. Aus wirtschaftlicher Sicht sei es jedoch zurzeit eher schwierig. "Gerade kleinflächiges Waldeigentum kann eher eine Last als ein Gewinn sein." Längerfristig gesehen sehe es anders aus. Ein Waldbesitz kann auch als eigener Energievorrat für Holheizungen gesehen werden. Ab einer Fläche von einer Hektare könne man ein Waldbesitz gewinnbringend betreiben, auch heute. Nadelholz versucht Staubli, möglichst in der Schweiz - wie etwa der Schilliger Holz in Küssnacht am Rigi - zu verkaufen. Beim Laubholz gäbe es nur noch wenige nationale Abnehmer. "Hier sind wir gezwungen, in den Export zu gehen." Zu schaffen macht den Waldbesitzern der Eurokurs. Beim Holz gäbe es keinen Grenzschutz wie bei der Landwirtschaft. Bisher wurden rund 50 Prozent des Schweizer Holzes exportiert. Praktisch dieselbe Menge wurde zur Verarbeitung wieder in unser Land eingeführt. "Offenbar haben wir hier ein Problem", gibt Staubli zu bedenken.

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