Sardella begeistert Jung und Alt

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Ein Komiker macht grosses Kino im Kino Cinepol

Die Sinser Vereine Kreativ77 und Kulturfront holten den Komiker Sergio Sardella nach Sins ins Kino - live.

ew. «Frühecher isch alles besser gsi, chumm hör au uff!», sagt Sergio Sardella immer wieder. In seinem Programm «Nostalgia – was war denn früher besser?» führt der Secondo das Sinser Publikum auf eine Zeitreise in die 70er Jahre. In eine Zeit, wo alle über 40-Jährigen sagen, dass damals alles besser war.

Auf lustige und charmante Weise widerlegt der über 40-Jährige fast alle diese Vorurteile. Früher waren die Leute ehrlicher? Zum Beispiel das Weihnachtsgeschenk von der Grossmutter war damals immer ein selbstgestrickter, bissiger Rollkragenpullover und niemand getraute sich zu sagen, dass er das nicht gern hat.

Fotografieren damals und heute

Oder die Belästigungen im Kindergarten. Heute werden die Kinder gemobbt. Und wie war es früher? Da haben die Buben den Mädchen an den Zöpfen gezogen. «Das war doch keine Belästigung, das war einfach lustig», meint Sardella.

«Früher musste man noch beichten, heute gibt es sicher eine App dafür», glaubt der Komiker. Früher musste man alles machen, weil es alle machen mussten. Heute sei alles moderner. Zum Beispiel auch das Fotografieren: Damals musste man noch einen Film in die Kamera einlegen und wie das Bild wurde sah man erst zwei Wochen nach den Ferien, nachdem der Film entwickelt worden war.

Gewalttätige Jugendliche

Auch dass die heutige Jugend gewalttätig sei, liess der Familienvater nicht gelten. Zu seiner Zeit gab es in jeder Pause eine Schlägerei auf dem Pausenplatz. Da gab es noch keine Pausenaufsicht, die Lehrer waren alle im Lehrerzimmer am Rauchen. Oder das Sackmesser? Das durfte man damals noch ins Schulzimmer mitnehmen. Heute würde das Schulareal weiträumig abgeriegelt, zwei Care Teams kämen zum Betreuen, Polizei und Medien stünden auf dem Areal, wenn einer im Schulzimmer sein Sackmesser aufklappen würde.

Oder wenn man früher einen Vortrag machen musste, ging es zuerst einmal in eine Bibliothek, um das Buch zum Thema auszuleihen. Das Buch, das man brauchte war jedoch garantiert bereits ausgelehnt. So vergingen schnell drei Wochen. Heute geht man bequem ins Internet und in 15 Minuten ist der Vortrag fertig. Nach 90 Minuten war auch Sardella fertig mit seinem Programm, das bei den Kinobesuchern sehr gut ankam.

Komiker als Hobby

Auch Claudia Gut, vom Verein Kreativ77, die den Anlass organisierte, war mit dem Event sehr zufrieden. Der Saal, der für 100 Leute Platz hat, war fast voll. «Ich habe nur lachende Gesichter gesehen. Jung und Alt wurden angesprochen», bilanzierte Gut. Die Eintrittspreise waren sehr familienfreundlich, besonders für die Mitglieder des organisierenden Vereins gab es dazu noch Ermässigung. Und fast alle Zuschauer waren Mitglied.

Sie erlebten eine geglückte Premiere. Es war das erste Mal, dass es im Kino Cinepol eine Bühne gab. Auch der Künstler war angetan vom Kinoambiente und meinte lachend: «Man kommt sich wie ein Filmstar vor.» Auch für Sardella war es das erste Mal – im Kino. Bühnenprogramme macht er seit fünf Jahren. Allerdings nur als Hobby. Er ist zu 100 Prozent angestellt als kaufmännischer Mitarbeiter. Trotzdem soll es schon im November ein neues Bühnenprogramm geben. Es ist bereits sein Drittes - mit dem Titel «Secondo.»