Viel Wasser in der Reuss

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Hochwassergefahr

Seit Montag regnet es wieder in Strömen. Auf der Internetseite des Bundes über die aktuelle Hochwassergefahr heisst es für die Reuss "mässige Gefahr, Stufe 2" (Gültigkeit: 22.07.2014, 11:00 Uhr - 23.07.2014, 18:00 Uhr, Hochwasserwarnung für die Reuss von Mündung Kleine Emme bis Mündung Aare).

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pc. Muss man entlang der Reuss im Oberfreiamt nun mit Überschwemmungen rechnen? „Nein. Zurzeit beträgt der erhöhte Abfluss der Reuss rund 550 Kubikmeter pro Sekunde, was statistisch einem zweijährigen Hochwasser entspricht “, erklärt Mario Koksch, Fachstellenleiter Schutzbau bei der Abteilung Naturgefahren vom Kanton Luzern. Koksch ist auch zuständig für das Reusswehr Luzern. Seit 48 Stunden seien die Schleusen voll offen. Dies käme pro Jahr rund ein bis zweimal vor. Die Reuss im oberen Reusstal würde jedoch auch noch mit 800 bis 900 Kubik pro Sekunde klarkommen, so Koksch weiter. Dies wurde bei der Reusstalmeloration der 70er Jahre eruiert. „Dadurch dass wir bereits seit zwei Tagen die Schleusen in Absprache mit dem Kanton Aargau voll geöffnet haben, konnten wir unseren Teil zur Entschärfung der Hochwassersituation im Aargau beitragen“, erklärt Koksch weiter. Die Situation bei uns wird vom Amt für Naturgefahren auf Stufe 2 eingeschätzt (insgesamt gibt es 5 Stufen). Andere Teile der Schweiz sind stärker betroffen.

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Die Auen in Reussegg am Dienstagmorgen. Der Boden ist getränkt und kann nicht mehr viel Wasser aufnehmen. Falls es noch lange regnen würde, gäbe es hier einen See.

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Natürlicher Hochwasserschutz

Der Abfluss der Reuss setzt sich zusammen aus dem Abfluss des Vierwaldstättersees und dem der Kleinen Emme. Wenn dieser Fluss Hochwasser hat, drängt er den Abfluss des Sees zurück, sodass der See nicht mehr voll in die Reuss abfliessen kann. Beim Hochwasser 2005 wären sonst nochmals 200 Kubikmeter mehr in die Reuss geflossen.

150-jähriges Reglement

Wieviel Wasser die Reuss herabfliessen darf ist in einem Reglement festgelegt, das bereits 1867 geschrieben wurde. Die Luzerner Schleusenwärter halten sich auch heute noch daran. Bei ernsthaftem Hochwasser würde zuerst die Altstadt Luzern, Stansstad und andere Uferpartien überschwemmt, bevor es im Reusstal zu ernsthaften Schäden käme. Klar höheres Schadenpotenzial habe die Stadt Luzern.