Der Junge mit der Panflöte begeistert

Merenschwander Talent

Der Merenschwander Jonas Gross hat mit seiner Panflöte den Durchbruch geschafft. Jetzt will er vermehrt eigene Konzerte organisieren. Wie alles begann:

ew. «Als ich ein kleiner Bub war, etwa sieben Jahre alt, war ich in Italien in den Ferien. Dort spielte auf dem Markt ein Peruaner Panflöte. Das hat mich so fasziniert. Ich kam fast nicht mehr weg von diesem Stand. Dann habe ich mein ganzes Feriengeld geopfert und eine CD von ihm gekauft. Das war der Ursprung, seither wollte ich immer nur Panflöte spielen», erzählt Jonas Gross.Trotzdem kam es vorerst nicht dazu. Panflötenunterricht gab es nicht im Angebot der Musikschule Merenschwand. Deshalb spielte Gross zuerst einmal ein halbes Jahr Keyboard. Doch das Keyboard war nicht das, was er wollte. Über einige Umwege ging dann der Traum doch noch in Erfüllung: Als Jonas neun Jahre alt war fand er seine Panflötenlehrerin Monika Meier aus Hedingen, die ihn heute noch unterrichtet.

Als Fussballer übertalentiert

Die Panflöte blieb von da an sein ständiger Begleiter. Zwar hatte er es auch mit Fussball probiert. Drei Jahre lang spielte er beim FC Merenschwand. Doch der sportliche Erfolg blieb aus. «Er war übertalentiert», meint sein Vater Freddy Gross ironisch. «Mich sollte man nicht Sport machen lassen», bestätigt auch sein Sohn Jonas. Er sei tollpatschig, er habe sogar einmal den Meniskus gerissen – beim Volleyballspielen im Turnunterricht.Ganz anders ist seine Erfolgsbilanz mit der Panflöte: 2011 gewann er überraschend den kleinen Prix Walo. Ein Jahr später belegte er in der SRF-Sendung «Alpenrose 2012» den 4. Platz. Durch diese Sendung kam er mit dem Musiker und Produzenten Carlo Brunner zusammen. Brunner war dort sein Mentor und meinte man könnte doch auch noch eine CD aufnehmen. So entstand die erste CD von Jonas Gross «Wonderworld of Pan». An der CD-Taufe war sogar sein grosses Vorbild Edward Simoni als Pate dabei. Es folgten zwei gemeinsame Konzerte.

Die Panflöte ist nur ein Hobby

Trotz diesen grossen Erfolgen betreibt der 17-Jährige das Panflötenspiel nur hobbymässig. Hauptberuflich widmet er sich der Lehre «Fachmann Information und Dokumentation», was früher Bibliothekar hiess. Im Sommer findet die Lehrabschlussprüfung statt. Deshalb ist zurzeit Lernen angesagt. Danach möchte er an die Pädagogische Hochschule Zürich, um den Primarlehrerberuf zu erlernen. Er befürchtet, dass er mit der Panflöte zu wenig Geld verdienen würde, um davon leben zu können. «Es darf kein Müssen werden», meint der Künstler. Somit bleibt die Musik ein Hobby mit gutem Nebenverdienst.

Auf den Hut gekommen

Zurzeit ist es für Gross gar nicht so einfach, mit Beruf, Lernen, Lesen, Panflötenspielen und dann ist da auch noch eine Freundin, die in Zürich-Höngg wohnt, alles unter einen Hut zu kriegen. Wobei der Hut ja seit dem Prix Walo 2011 sein Markenzeichen ist. Der Hut kam eher zufällig in sein Leben. Er hatte für seinen Auftritt noch kein Outfit, und es sollte ja auch ein bisschen schick aussehen. Deshalb ist Gross auf den Hut gekommen. «Nach dem Auftritt kam ein kleiner Produzent auf mich zu und sagte: Den Hut musst du beibehalten», sagt der Hobbymusiker. Seither gehört der Hut dazu. Sogar sein 34-köpfiger Fanklub wird mit einem Hut ausgestattet. Und mit so vielen Hüten fällt es dann auch leichter, alles unter einen Hut zu bringen. Und wenn der Teenager einmal wieder zur Ruhe kommen will, dann packt er sein Fahrrad und radelt in die kleine Kapelle Maria-Hilf, am Dorfrand von Merenschwand. Dort kann er sich zurückziehen und abschalten.

Dass es nicht zu viel wird, dafür schauen auch seine Eltern Andrea und Freddy Gross, die ihn tatkräftig und finanziell unterstützen. Auch sein Bruder Jan sollte ihn einmal mit der Klarinette an einem Auftritt begleiten. Das Duett fand dann allerdings nicht statt, weil der Bruder die Plättli für seine Klarinette zuhause vergessen hatte.